Im Rahmen der Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST 2022 werden zum 17. Mal herausragende künstlerische Leistungen geehrt. Die Preisvergabe findet am 26. November 2022 im Düsseldorfer Schauspielhaus statt. Neu ist die Differenzierung und Erweiterung einzelner Kategorien, um unterschiedliche künstlerische Leistungen an Theatern deutlich sichtbar zu machen und individueller zu würdigen. Hierzu gehören die Kategorien „Darsteller:in Theater für junges Publikum“ sowie „Ton und Medien“. Außerdem wird die Kategorie „Bühne/Kostüm“ in die Einzelkategorien „Raum“ und „Kostüm“ unterteilt. Neu hinzu kommt die Kategorie „Genrespringer“, über welche tradierte Muster sprengende Ästhetiken abgebildet werden.

Rafaële Giovanola für „Sphynx“ nominiert

In der Kategorie „Inszenierung Tanz“ ist auch tanzmainz mit der Choreografie von Rafaële Giovanola für „Sphynx“ vertreten. Rafaële Giovanola setzt sich dabei künstlerisch mit den Grenzen des Menschseins auseinander und stellt ganz elementar und physisch die Frage, was uns eigentlich ausmacht. Ihre oft spektakulären – und Tänzer*innen extrem fordernden – Choreografien erfuhren weitreichende Anerkennung. Zuletzt erhielt ihr Stück Vis Motrix eine der 15 begehrten Einladungen zur Tanzplattform Deutschland.

Jury mit Tatjana Gürbaca

Die Preisträger werden von einer einen siebenköpfigen Jury ausgewählt, zu denen auch die ehemalige Mainzer Opernchefin und viel gefragte Regisseurin Tatjana Gürbaca gehört. Die anderen 6 Jury-Mitglieder sind Sebastian Hannak (Bühnen- und Kostümbildner), Helgard Haug (Autorin und Regisseurin), Tim Plegge (Choreograf), Nathalie Singer (Professorin für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar), Marion Tiedtke (Ausbildungsdirektorin Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main), Jürgen Zielinski (Regisseur und Intendant a.D.).

Die Nominierungen in zwölf Kategorien:

Inszenierung Theater für junges Publikum

  • Liesbeth Coltof mit ihrem Inszenierungsteam sowie dem Ensemble für „Miroloi“, Junges DT Berlin
  • Frank Hörner und Christian Eggert für „Trial & Error – Die Lust am Scheitern“ – eine Kooperation von Theaterkohlenpott Herne und URBANATIX Bochum
  • Nis Søgaard für die Inszenierung „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“, tjg. theater junge generation Dresden / Puppentheater

Darsteller:in Theater für junges Publikum

  • Judith Goldberg als Sammy in „Wutschweiger“, Junges Theater Bremen / Moks Eidin Jalali als A. für „Die Leiden des jungen Azzlack“, Schauspiel Leipzig
  • Viktoria Miknevich als Eva Gruber für „Vater unser“, Staatstheater Hannover

Raum

  • Christoph Ernst für „White Passing“, Schauspiel Leipzig in Koproduktion mit Deutsches Theater Berlin
  • Katja Haß für „Die Träume der Abwesenden“, Residenztheater München
  • Sarah-Katharina Karl für „Le Grand Macabre“, Mecklenburgisches Staatstheater

Kostüm

  • Adriana Braga Peretzki für „Molière“, Schauspiel Köln
  • Moran Sanderovich für „Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)“, Nationaltheater Mannheim in Koproduktion mit Theater Rampe Stuttgart
  • Sibylle Wallum für „Pippi Langstrumpf“, Thalia Theater Hamburg

Inszenierung Musiktheater

  • Florian Lutz für „Wozzeck“, Staatstheater Kassel
  • Julia Lwowski/Franziska Kronfoth (Kollektiv ‚Hauen und Stechen‘) für „Die Verurteilung des Lukullus“, Staatsoper Stuttgart
  • Jakob Peters-Messer für „Fremde Erde“ von Karol Rathaus, Theater OsnabrückDarsteller:in Musiktheater
  • Leigh Melrose als Oedipe in „Œdipe“, Komische Oper Berlin
  • Marlis Petersen als Emilia Marty in „Die Sache Makropulos“, Staatsoper Unter den Linden
  • Milda Tubelytė als Jitsuka Honda in „Hanjo“, Staatstheater Braunschweig

Genrespringer

  • Melanie Mohren und Bernhard Herbordt für „Das Schaudepot“, eine Produktion von Herbordt/Mohren in Kooperation mit dem Theater Rampe Stuttgart
  • Mable Preach für „Emb*race Your Crown**“, Kampnagel Hamburg
  • Roman Senkl/Nils Corte für „Pan’s Lab – Ein Trip in den Kaninchenbau des Digitalen“, Staatstheater Nürnberg

Ton und Medien

  • Sara Glojnarić (Komposition), Clemens Meyer (Libretto, Hauptdarsteller) und Michael von zur Mühlen (Inszenierung) für „Im Stein“, Oper Halle. Mit Unterstützung der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung.
  • Jonas Holle für die Musik in „Das neue Leben – where do we go from here?”, Schauspielhaus Bochum
  • Brigitta Muntendorf für die Komposition in „Archipel“, Ensemble Garage e. V. und MOUVOIR e. V. in Koproduktion mit Theater der Welt Düsseldorf 2021, Ruhrtriennale 2020 und ULTIMA – Oslo Contemporary Music Festival

Inszenierung Schauspiel

  • Marie Bues für „Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)“, Nationaltheater Mannheim in Koproduktion mit dem Theater Rampe Stuttgart
  • Georg Schmiedleitner für „Richard III“, Theater Regensburg
  • Jette Steckel für „Das mangelnde Licht“, Thalia Theater Hamburg

Darsteller:in Schauspiel

  • Lina Beckmann als Richard, Herzog von Gloucester, später Richard III. in „Richard the Kid & the King“, Deutsches SchauSpielHaus Hamburg / Koproduktion mit den Salzburger Festspielen 2021
  • Susanne Wolff als Ismene in „SCHWESTER.VON“, ein Film von Jim Rakete nach der Inszenierung „Ismene, Schwester von“ (Regie: Stephan Kimmig), Deutsches Theater Berlin
  • Vincent zur Linden als Junger Mann/Adam/Leo in „Das Vermächtnis (The Inheritance)“, Residenztheater München

Inszenierung Tanz

  • Rafaële Giovanola für „Sphynx“, Staatstheater Mainz
  • Richard Siegal für „Ectopia“, Tanztheater Wuppertal/Forum Leverkusen. Aufgeführt mit Shooting Into the Corner (2008-09) von Anish Kapoor und einer Auftragskomposition von Alva Noto
  • Stephanie Thiersch für „Archipel“, Ensemble Garage e. V. und MOUVOIR e. V. in Koproduktion mit Theater der Welt Düsseldorf 2021, Ruhrtriennale 2020 und ULTIMA – Oslo Contemporary Music Festival

Darsteller:in Tanz

  • Beatrice Cordua in „A Divine Comedy“, Ruhrtriennale, Spirit, Something Great und Staatstheater Kassel in Koproduktion mit Tanzquartier Wien, Volksbühne am RosaLuxemburg-Platz Berlin, deSingel, Theater Freiburg und Julidans
  • Sahra Huby in „Über die Wut“, Münchner Kammerspiele / Anna Konjetzky & Co in Koproduktion mit Münchner Kammerspiele und Festival DANCE München sowie dem LOTTheater Braunschweig. Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Fonds Darstellende Künste. Mit freundlicher Unterstützung der fabrik Potsdam.
  • Miquel Martínez Pedro in „Baal“, Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg