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Sparvorschläge vom Tisch – Erfolg des Aktionsbündnisses

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung der Staatstheater Mainz GmbH am 28. September 2021 erklärte  Oberbürgermeister Michael Ebling, dass die Mittel für das Staats-theater Mainz für das Jahr 2022 in voller Höhe in den Haushaltsplan der Stadt Mainz eingestellt werden sollen. Eine Anpassung des Wirtschaftsplanes der Staatstheater Mainz GmbH für die laufende Spielzeit 2021/22 sei damit nicht erforderlich. Kürzungen für die Folgejahre gegenüber den bisherigen Planungen seien ebenfalls nicht vorgesehen. Dazu Michael Ebling: „Wir wollen trotz der von Seiten der ADD geforderten Einsparungen bei den freiwilligen Leistungen, zu der auch die Kultur zählt, einen Haushalt für 2022 vorlegen, der Kürzungen für das Staatstheater jetzt und in Zukunft nicht erforderlich macht. Und das ist im Kontext der hervorragenden Arbeit des Hauses auch kulturpolitisch ein wichtiges Signal.“ Im laufenden Haushaltsjahr steht derzeit noch eine Reduktion des städtischen Zuschusses an die Staatstheater Mainz GmbH in Höhe von € 300.000,- im Raum. Die Gesellschafter Stadt und Land wollen sicherstellen, dass dies keine Auswirkungen auf das kulturelle Angebot des Staatstheaters hat.

Erfolg des Aktionsbündnisses

Damit hat die Stadt Mainz die Sparvorschläge, die im Sommer laut geworden waren, vollständig zurückgenommen und die zentrale Forderung des Aktionsbündnisses „Mainzer Theater für alle“ erfüllt. Intendant Markus Müller zeigte sich erfreut über diese Entwicklung, appellierte jedoch zugleich an alle Verantwortlichen, zukünftig die wichtige gesellschaftliche Rolle der Kultur – gerade nach den schmerzhaften Erfahrungen in der Corona-Krise – nicht mehr durch Spardiskussionen infrage zu stellen. Damit spricht der Intendant aus, was nicht nur die Mitglieder dieses Aktionsbündnisses, sondern alle Freunde des Mainzer Staatstheaters und des Philharmonischen Staatsorchesters denken.

Aktionsbündnis gegen schlechten Lohn für Mainzer Theaterkultur

Die Ankündigung der Stadt Mainz, zu Lasten des Staatstheaters Mainz im laufenden und im kommenden Jahr 900.000 € einsparen zu wollen (Bericht in der Allgemeine Zeitung vom 26.07.2021), hat das bereits 2011 gegründete Aktionsbündnis der theaternahen Vereine und Stiftungen „Mainzer Theater für alle“ auf den Plan gerufen. Im Jahre 2011 hat dieses Aktionsbündnis schon einmal erfolgreich von der Stadt Mainz für 2013 geplante Einsparungen zu Lasten des Staatstheaters von 3 Mio. € jährlich verhindert. Um dies damals mit vereinten Kräften zu verhindern, schlossen sich der Förderverein tanzmainz eV, der Förderverein des Orchesters im Staatstheater Mainz eV, die Theaterfreunde Mainz eV, die Mainzer Volksbühne eV, die Stiftung Mainzer Theaterkultur und die Theatergemeinde Mainz eV, die gemeinsam 4.000 Mitglieder repräsentieren, zusammen.

Auch jetzt, ziemlich genau 10 Jahre später, treten die zusammengeschlossenen Vereinigungen und Stiftungen dem zweiten Versuch der Stadt, zu Lasten des Mainzer Theaters im eigenen Haushalt zu sparen, entschlossen entgegen. Diese Kürzungen sind ein schlechtes Signal an alle Kulturschaffenden in Stadt und Land, die sich während der Pandemie solidarisch mit der Gesellschaft gezeigt und die Schließung ihrer Einrichtungen widerspruchslos akzeptiert haben. Gerade jetzt dem Staatstheater den vereinbarten und fest zugesagten jährlichen Ausgleich für die tarifvertragsbedingten Mehrausgaben zu kürzen, also zu Lasten dieser Kulturschaffenden sparen zu wollen, hält das Aktionsbündnis für grundverkehrt: Das ist schlechter Lohn für die so erfolgreiche Mainzer Theaterkultur.

Das Bündnis wird sich – wie 2011 – mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen zur Wehr setzen und Solidarität mit dem Mainzer Theater zeigen.

Kulturschaffende Spielball der Politik

Operngala 2014 – Foto: Martina Pipprich

Das Aktionsbündnis hat zwar Verständnis dafür, dass die Stadt Mainz wegen der Nichtgenehmigung ihres Haushalts 2021 und 2022 durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Trier im Bereich der freiwilligen Ausgaben kürzen muss. Dass sich die Stadt jedoch ausgerechnet, die Kultur herausgesucht hat, um durch einseitige Kürzung bereits zugesagter Mittel das Land zu bewegen, diese Minderausgaben der städtischen Seite auszugleichen, erscheint den Bündnispartnern unvertretbar: Die Kulturschaffenden des Staatstheaters werden so zum Spielball rein fiskalischer Interessen. Das haben sie nach der langen Zeit des staatlichen verordneten Stillstands, den sie solidarisch mitgetragen haben, nicht verdient.

Theater als Kitt der Gesellschaft

Ausgerechnet in diesen für die Kulturschaffenden ohnehin schwierigen, bisweilen existenzbedrohenden Zeiten den Rotstift bei der Kultur anzusetzen, ist auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ein schlechtes Signal. Die Folgen der Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen haben tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In den sozialen Netzwerken verroht der Diskurs, im öffentlichen Meinungskampf wird immer öfter nicht die Haltung des Gegenübers abgelehnt, sondern gleich der ganze Mensch. Zugleich droht sich die soziale Spaltung in der Gesellschaft weiter zu vertiefen. Bildung und Kultur, und dabei vor allem das Theater, wirken als Orte der sozialen Integration und direkten Begegnung dieser negativen und letztlich demokratiegefährdenden Entwicklung entgegen. Wir brauchen Theater heute mehr denn je, als den Ort, an dem wir unsere Empathie wiederentdecken und andere Perspektiven ausprobieren können. Theater tragen deshalb mit dazu bei, der Verbreitung von Hass und Hetze in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Öffentliche Kürzungsdebatten aber schwächen das Theater und schmälern seine Bedeutung.

Gefahr für das zweitkleinste Mehrsparten-Theater in Deutschland

Die geplanten Kürzungen von zusammen 900.000 € in den Jahren 2021 und 2022 sind für das Mainzer Staatstheater keine unerhebliche Summe und könnten zum Wegfall von bis zu 30 Stellen führen. Hinzu kommt, dass das Staatstheater Mainz – gemessen an der Etatgröße – ohnehin das zweitkleinste Mehrsparten-Staatstheater in den alten Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland ist.  Die mit der Pandemie und der vollständigen Schließung des Theaters verbundenen Einnahmeausfälle konnten Markus Müller und Erik Raskopf zwar durch Kurzarbeit, November- und Dezemberhilfen und durch massive Einsparungen insbesondere im Bereich der Personalkosten sowie durch den Verzicht auf Stellenbesetzungen kompensieren, sodass das Staatstheater zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Juli 2021 eigentlich wirtschaftlich stabil und gesund dasteht. Für die kommende Spielzeit sieht der Wirtschaftsplan des Staatstheaters deshalb auch eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von bis zu 2 Mio. € vor. Damit entlastet das Staatstheater Land und Stadt als Träger und sorgt so weiterhin für stabile, finanzielle Verhältnisse. Die Finanzlage des Staatstheaters würde durch die einseitig von der Stadt geplanten Kürzungen gefährdet, zumal nicht ausgeschlossen erscheint, dass diese Einsparpolitik auch über 2022 hinaus fortgesetzt wird.

Mangel an Verlässlichkeit der Stadt Mainz

Völlig inakzeptabel erscheint dem Aktionsbündnis, dass die Stadt Mainz bereits für das laufende Wirtschaftsjahr fest zugesagte und vereinbarte Zuschüsse einseitig kürzen will, und das auch noch ohne Absprache mit der Theaterleitung. Der Wirtschaftsplan für die Spielzeit 2021/22 mit den entsprechenden Zuschüssen wurde einstimmig von Land und Stadt verabschiedet.

Markus Müller

Dieser Mangel an Verlässlichkeit der Stadt steht in krassem Widerspruch zu den bemerkenswerten, kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen des Theaterintendanten Markus Müller und seines Teams. Das Staatstheater hat in den viereinhalb Spielzeiten vor Beginn der Pandemie nicht nur die Besucher- Abonnementszahlen, sondern auch seine eigenen Erlöse in einer Weise gesteigert, die beispiellos ist: Das Staatstheater erzielte vor der Pandemie die höchsten Verkaufserlöse seit Beginn der Aufzeichnungen! Die tatsächlichen Erlöse haben bis zur Pandemie in jeder Spielzeit das Einnahmesoll übertroffen. So konnten Rücklagen gebildet werden, die für die Sicherstellung der Liquidität auch dringend erforderlich waren. Die Rücklagen waren unter dem Vorgänger von Markus Müller so stark abgeschmolzen, dass zu Beginn seiner Intendanz mehrfach Liquiditätsengpässe entstanden waren.

Dieses Engagement und dieser wirtschaftliche Erfolg des Staatstheaters Mainz und aller seiner Beschäftigten haben es nicht verdient, dass die Stadt Mainz sie mit solch unabgestimmten Sparvorschlägen konfrontiert.

Neuordnung der Trägerschaft des Staatstheaters

Das Aktionsbündnis hat Verständnis dafür, dass die Stadt Mainz die finanziellen Lasten der Trägerschaft nicht mehr im bisherigen Umfang tragen kann und will. Es ist verständlich, dass die Stadt Mainz als eine der Trägerinnen des Theaters perspektivisch eine Erhöhung der Anteile des Landes anstrebt. Mittlerweile wird das Staatstheater zu 47% von der Stadt und zu 53% vom Land finanziell getragen. Der Änderungswunsch ist nachvollziehbar. Dies darf jedoch nicht durch einseitige Kürzungen von vereinbarten Leistungen geschehen, sondern nur durch eine grundsätzliche Neuordnung der Trägerschaft des Staatstheaters. Einer solchen Neuordnung stehen die Bündnispartner aufgeschlossen gegenüber.

Ziel des Aktionsbündnisses

Seit Gründung des Aktionsbündnisses im Januar 2011 verfolgt dieses das Ziel, für ein attraktives künstlerisches Angebot in Tanztheater, Musiktheater und Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater am Mainzer Staatstheater zu sorgen. Theater ist ein für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unverzichtbares Kultur- und Freizeitangebot für alle Einwohner dieser Stadt. Die kulturelle Vielfalt des Theaters ist ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen. Der damit verbundene Freizeitwert veranlasst zudem immer mehr Menschen ihren Wohnsitz in die Stadt zu verlegen, um so am kulturellen Leben in seiner gesamten Bandbreite und Vielfalt unmittelbar teilnehmen zu können.

Nicht zuletzt stellt das Theater ein wichtiges Freizeitangebot für Kinder, Jugendliche und Studierende in dieser Stadt bereit. Gerade diese pädagogisch, aber auch sozialpolitisch so wichtige Aufgabe des Theaters darf nicht dem Rotstift der Stadt Mainz zum Opfer fallen.

Die Allgemeine Zeitung und die FAZ Rhein-Main haben in ihren Ausgaben vom 31.07.2021 hierüber berichtet.

Operndirektor Stefan Vogel wechselt nach Luzern

Nach fast sechsjähriger Tätigkeit am Staatstheater Mainz verlässt Stefan Vogel Mainz und wechselt an das Theater in Luzern. Als Operndirektor zeichnet er mitverantwortlich für viele künstlerische Höhepunkte. Über 60 Musiktheaterproduktionen, darunter ambitionierte und zum Teil gewagte Projekte wurden unter seiner Leitung auf die Bühne gebracht. Dazu gehörten auch Lydia Steiers Inszenierung von Pascal Dusapins PERELÀ, die für den deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert wurde, IF THIS THAN THAT AND NOW WHAT (UA) von Simon Steen-Andersen, die bei der Münchener Biennale für Furore sorgte, und die Uraufführung TAMÁSS, die abendländische (notierte) Musik mit der orientalischen (improvisierten) in einer einzigartigen Symbiose zusammengebracht hat.

Mit Ina Karr wird er im Frühjahr 2021 in die Schweiz ziehen und mit Beginn der Spielzeit 2021/22 am Luzerner Theater die Aufgabe als Betriebsdirektor/COO übernehmen. Mit dem geplanten Neubau des Luzerner Theaters wartet dort neben dem regulären Spielbetrieb eine ganz besondere Herausforderung auf ihn.

Nachfolger ist Gabriele Donà

Gabriele Donà

Nachfolger von Stefan Vogel als Leiter des Opernbetriebs und Castingdirektor wird Gabriele Donà. Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums studierte Gabriele Donà Violine am Konservatorium seiner Geburtsstadt Padua sowie Musikwissenschaft an der dortigen Universität. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien schloss er die Studien Orchester- sowie Chordirigieren ab. Als Geiger war er im Quartetto d’Archi di Padova, Orchestra del Teatro Lirico G. Verdi Trieste, I Filarmonici di Padova sowie dem Pro Arte Orchester Wien tätig und nahm an den Kursen der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg in der Klasse von Yair Kless teil. Verschiedene Engagements führten ihn unter anderem als Chordirektor an das Landestheater Niederbayern sowie als Chordirektor und Kapellmeister nach Bautzen. Darüber hinaus leitete Gabriele Donà das Pro Arte Orchester Wien, das Wiener Kammerorchester, das Orchestra del Teatro Olimpico Vicenza, die Neue Lausitzer Philharmonie Görlitz, das Orchester des F.X. Šalda-Theaters Liberec, die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Magdeburg sowie den Coro di Praga Prag. Zahlreiche Auftritte führten ihn etwa in die Dresdner Frauenkirche und ins Berliner Konzerthaus.

2004 entdeckte und katalogisierte er den Bestand der Musikhandschriften der Jüdischen Gemeinde von Padua (Zeitspanne: 1834-1942, 315 Chorpartituren sowie dazugehörige Einzelstimmen). Es folgten die Veröffentlichung seiner Arbeit und die Auszeichnung durch die Accademia Galileiana Padova. Sein Interesse für die Verknüpfung von Musik und Identität bewegte ihn dazu, eine Auswahl aus Liedern in nieder- und obersorbischer Sprache mit dem Chor Klangwerkstatt Dresden einzustudieren und aufzunehmen (Lieder aus dem Lohsaer Liederbuch, 2017 rbb, Berlin).

2017 wurde Gabriele Donà als Maestro Collaboratore am Teatro dell’Opera in Rom aufgenommen. In derselben Funktion assistierte er bei der Produktion Tristan und Isolde im Teatro Comunale von Modena sowie im Teatro Comunale von Ferrara (eine Koproduktion mit dem Staatstheater Nürnberg).

Seit Februar 2018 arbeitet Gabriele Donà in der künstlerischen Betriebsdirektion am Staatstheater Mainz, seit der Spielzeit 2019/20 ist er Chefdisponent.

Eva Kotthaus (2010)

Eva Kotthaus ist tot

Die Schauspielerin Eva Kotthaus ist am 22. April 2020 im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Eva Kotthaus wurde am 19. Mai 1932 in Düsseldorf geboren. Sie absolvierte von 1951 bis 1953 an der Otto Falckenberg Schule in München eine Ausbildung zur Schauspielerin. Ihre Karriere startete Eva Kotthaus am Landestheater in Tübingen, wechselte ans Maxim-Gorki-Theater nach Berlin und schließlich 1957 ans Deutsche Theater Berlin. Danach kehrte sie zurück nach Westdeutschland, nämlich an das Residenz Theater München, das Schauspielhaus Düsseldorf und an die Städtischen Bühnen Frankfurt.

Seit 1965 arbeitete Kotthaus als freie Schauspielerin unter anderem 1974 bis 1978 in Mainz, Krefeld, Augsburg, Heidelberg und bei den Bad Hersfelder Festspielen. Sie spielt Rollen wie die Johanna in Berthold Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, die Elisabeth in Schillers „Maria Stuart“, Grusche in Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“, die  Frau John in Hauptmanns ”Die Ratten“, die Gertrud in Shakespesares „Hamlet“, die Mutter Courage, die Mutter Wolfen in Hauptmanns „Der Biberpelz“ und Claire Zachanassian in Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“.

Während der Dreharbeiten Zu „Kein Hüsung“, einer Literaturverfilmung von Arthur Pohl, lernt sie 1954 ihren zukünftigen Ehemann, den Schauspieler, Regisseur und Schauspieldirektor Rudolf Krieg kennen.

Sie erhielt 1956 das Filmband in Silber als beste Nachwuchsschauspielerin für ihre Rolle als Anna Kaminski in Helmut Käutners „Himmel ohne Sterne“. 1959 spielte sie neben Audrey Hepburn in „The Nun’s Story“, inszeniert von Fred Zinnemann.

Ihre ersten Fernsehauftritte im Westen hatte sie in „Das heiße Herz“ mit Hanns Lothar und Benno Sterzenbach, sowie in Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ mit Paul Edwin Roth und Malte Jaeger. Daneben trat sie in Fernsehproduktionen wie „Die Buchholzens“, „Derrick“, „Ein Fall für Zwei““ und „Die Schwarzwaldklinik“ auf.

GMD Bäumer verlängert bis 2025

Hermann Bäumer verlängert sein Engagement als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz um weitere vier Jahre bis zum 31. Juli 2025. Staatssekretär Denis Alt freut sich über die weitere Zusammenarbeit: „Hermann Bäumer hat in den vergangenen Jahren als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz und als Generalmusikdirektor des Staatstheaters Mainz hervorragende Arbeit geleistet. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft vor uns haben und das hohe künstlerische Niveau des Orchesters weiter ausbauen können.“

Bereits seit dem 1. August 2011 leitet Bäumer das Orchester in Mainz. Unter seiner künstlerischen Leitung hat sich das Staatsorchester kontinuierlich entwickelt und hat neue Wege eingeschlagen. Dass seine Arbeit über Rheinland-Pfalz hinaus gewürdigt wird, belegen erhaltene Auszeichnungen: 2017 als „Innovatives Orchester“ durch die Deutsche Orchesterstiftung und für die Spielzeit 2018/2019 für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ durch den Deutschen Musikverleger-Verband.

„Das Philharmonische Staatsorchester hat sich neben einer ungeheuren Musizierfreude auch die Neugier auf Neues sowie neue Sichtweisen auf Altbekanntes bewahrt. Das zeichnet auch das Mainzer Publikum aus und so ist es für mich eine Ehre und große Freude, hier in Mainz weiter arbeiten zu dürfen“, freut sich Bäumer über sein fortlaufendes Engagement.

„Die in den vergangenen Jahren erreichte künstlerische Leistungsfähigkeit des Philharmonischen Staatsorchesters ist ein Ergebnis der intensiven Arbeit Hermann Bäumers und stellt eine Bereicherung für das kulturelle Leben in Mainz und der Region dar“, so der Staatssekretär. Die innovativen Konzertformate, die Bäumers Leitung auszeichnen, werden auch in der aktuellen Spielzeit wieder aufgegriffen. So wird beim 6. Mainzer Komponistenporträt am 20. März in einem Sinfoniekonzert der türkische Pianist Fazil Say vorgestellt. Im April erfolgt ein Konzert der Reihe „Auf Wiederhören“, das sich mit Musik der Gegenwart beschäftigt.

Der Intendant des Mainzer Staatsheaters Markus Müller hob die Bedeutung der Arbeit Bäumers hervor: „Hermann Bäumer fordert sich, sein Orchester und unsere Sängerinnen und Sänger musikalisch immer wieder neu heraus. Er ist offen, neugierig und bringt eine vertrauensvolle zwischenmenschliche Atmosphäre in seine künstlerische Arbeit ein. Das exzellente Klangergebnis und das hohe musikalische Niveau erleben wir in den vielen Konzerten und Opernaufführungen. Daher freue ich mich sehr über die weitere Zusammenarbeit mit ihm als Generalmusikdirektor und als verlässlicher, wichtiger Partner für mich ganz persönlich und für das Staatstheater Mainz.“

Bäumers Engagement und sein Bezug zur Landeshauptstadt Mainz zeigen sich auch in weiteren Projekten: 2015 initiierte er ein Konzert für Flüchtlinge im Theater Mainz. Im diesjährigen Beethoven-Jubiläumsjahr entstand das Projekt „Beethoven-Babys“. Hierbei erhalten alle Babys, die in und um Mainz geboren wurden eine sechsjährige musikalische Patenschaft. Diese beinhaltet Krabbel- und Kinderkonzerte. „Die genannten Initiativen Hermann Bäumers zeigen, dass dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz ein künstlerischer Leiter vorsteht, der als Botschafter der Musik Brücken zu den Menschen schlägt“, würdigt Alt die Leistungen.

Neben der Vertragsverlängerung konnten auch zwei neue Orchesterstellen eingerichtet werden. Damit kann die künstlerische Ausrichtung des Orchesters ausgebaut werden.

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Ehemaliger Mainzer Bassbariton Franz Mazura gestorben

Der Bassbariton Franz Mazura ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Bass-Bariton wurde am 22.4.1924 in Salzburg geboren. Gestorben ist der Sänger am 23.1.2020 in Mannheim. Nach dem Studium begann Mazuras Laufbahn als Bass am Staatstheater Kassel. Am Städtischen Theater Mainz war er von 1956 bis 1959 engagiert. Er war verheiratet mit Elisabeth Friedmann, die 1956-1958 am Stadttheater Mainz engagiert war. Nach einem Engagement am Theater Braunschweig wechselte er zum Nationaltheater Mannheim. Er arbeitete später auch an der Deutschen Oper Berlin und der Hamburgischen Staatsoper. Mazura feierte auf Bühnen in Berlin, Wien, Paris, New York und Buenos Aires Erfolge. Noch 2015 stand er als Hans Schwarz in Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ auf der Bühne der Berliner Staatsoper.

Bierwirth unterstützt Staatstheater Darmstadt

Der kaufmännische Geschäftsführer des Staatstheaters Mainz Volker Bierwirth geht zwar demnächst in den Ruhestand, doch setzt er sich deshalb noch lange nicht zur Ruhe. Er ist vom hessischen Kunstministerium beauftragt worden, dem Staatstheater Darmstadt bei der Aufarbeitung der Haushaltsmisere zu helfen. Dazu sollen die Verwaltungs- und Geschäftsabläufe innerhalb der Theaterverwaltung analysiert und die notwendigen Veränderungsprozesse von ihm begleitet werden.

tanzmainz mit „Soul Chain“ zum Festival „Tanzplattform“ 2020 eingeladen

Die Choreografie von Sharon Eyal „Soul Chain“ ist zur renommierten TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2020 eingeladen. Die TANZPLATTFORM findet vom 4. bis 8. März 2020 in München statt. Soul Chain wird am 7. März im Münchener Residenztheaters gezeigt. Insgesamt wurden weit über 400 Produktionen von einer Fachjury gesichtet. Davon wurden 15 Choreografien ausgewählt, die innerhalb von fünf Tagen einem großen Publikum, darunter zahlreiche internationale Veranstalter*innen und Experten, vorgestellt werden.

Intendant Markus Müller kommentiert diese Auszeichnung mit den Worten: „Es ist eine wunderbare Nachricht für uns alle, dass sich nach der Einladung von Traurige Zauberer zum Theatertreffen 2017 nun auch tanzmainz einer so starken überregionalen Beachtung erfreut. Sie ergänzt die Auszeichnung mit dem FAUST im letzten Jahr, der bereits die beeindruckende Arbeit honoriert hat. Ich gratuliere Sharon Eyal, allen beteiligten Tänzerinnen und Tänzern sowie Honne Dohrmann von Herzen zu diesem großen Erfolg!“

Die TANZPLATTFORM ist in ihrer Konzeption und Bedeutung für den zeitgenössischen Tanz das, was das Theatertreffen für das Schauspiel ist – die wichtigste und größte Auszeichnung, die man in dieser Sparte in Deutschland erreichen kann. Seit 1994 werden hier die richtungsweisenden Tanzproduktionen des Landes vorgestellt – mit Soul Chain ist nun erstmalig eine Produktion aus Rheinland-Pfalz zu diesem stark beachteten Ereignis eingeladen, zugleich ist in diesem Jahr tanzmainz die einzige Compagnie eines Stadt- bzw. Staatstheaters.

Die nun mehrfach preisgekrönte Choreografie „Soul Chain“ wird wohl auch nach der geplanten Wiederaufnahme am 22. Mai 2020 noch länger in Mainz zu sehen sein. Markus Müller hofft zudem, dass irgendwann in Mainz auch noch einmal eine neue Produktion von Sharon Eyal zu sehen sein wird. Honne Dohrmann sei mit der israelischen Choreografin „im ständigen Kontakt“, so Müller gegenüber der AZ.

Erik Raskopf wird Nachfolger von Volker Bierwirth

Der Aufsichtsrat des Staatstheater Mainz hat Herrn Erik Raskopf als Geschäftsführender Theaterdirektor am Staatstheater Mainz zum 1. März die Nachfolge von Volker Bierwirth antreten wird. Herr Raskopf ist derzeit als Künstlerischer Betriebsdirektor, Prokurist und Stellvertreter des Intendanten am selben Haus tätig. Weiterlesen

Neu gewählt: Theaterbeirat des Staatstheaters

Der Theaterbeirat des Staatstheaters Mainz ist ein Sprachrohr des kunstsinnigen Publikums. Die Mitglieder des Theaterbeirats werden zur Hälfte vom Land und zur anderen Hälfte von der Stadt Mainz berufen. Die von der Stadt Mainz zu entsendenden Beiratsmitglieder werden vom Stadtrat nach den für Ausschüsse geltenden Regeln bestimmt. Die Geschäftsordnung des Theaterbeirats gewährleistet darüber hinaus, dass alle theaternahen Vereinigungen an den Beratungen dieses Gremiums teilnehmen können. Weiterlesen

FAUST 2019 für Elisabeth Stöppler

Am Abend des 9.11.2019 wurden im Staatstheater Kassel zum 14. Mal die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Theaterpreises DER FAUST ausgezeichnet, darunter die Mainzer Regisseurin Elisabeth Stöppler für die Inszenierung „Götterdämmerung“ am Theater Chemnitz. Elisabeth Stöppler verstehe es, Wagners lange musikalische Wege mitzugehen, lasse gleichzeitig Uneindeutigkeiten und Umdeutungen zu und schaffe es, Brutalität ohne Repräsentation jener darzustellen. Mit Klimawandel und sozialer Vereinsamung werde das thematische Triptychon dieser besonderen Inszenierung vervollständigt und bekommt dadurch eine ungeahnte Relevanz und Schärfe. Weiterlesen