Kategorie: Alle Nachrichten

Aktuelle Theater-News

Tatjana Gürbaca gibt ihr Debüt in Frankfurt

Die Regisseurin und frühere Mainzer Operndirektorin Tatjana Gürbaca inszeniert Luigi Dallapiccolas letzte Oper Ulisse und gibt damit ihr Debüt an der Oper Frankfurt. Die Premiere findet am 26. Juni 2022 statt. Weitere Aufführungen stehen für den 01. /07. /10. /15. /18. Juli 2022 an.

Der italienische Komponist Luigi Dallapiccola entwickelt in dieser Oper eine eigene,  von Dante inspirierte Lesart: Odysseus erscheint darin als ein zerrissenes Individuum auf der rastlosen Suche nach Selbsterkenntnis.

 

 

Theaterstiftung mit neuem Vorsitzenden

Nach 17 Jahren übergibt der langjährige Vorsitzende der Stiftung Mainzer Theaterkultur den Vorsitz an Justizrat Dr. Wolfgang Litzenburger, den Vorsitzenden der Theaterfreunde Mainz seit 2007. Er habe sich vorgenommen, so Coridaß, in seinem 75. Lebensjahr seine zahlreichen Ehrenämter in jüngere Hände zu legen.

Dr. Litzenburger dankte ihm für sein äußerst erfolgreiches Wirken sowohl für die Theaterstiftung als auch für die von dieser treuhänderisch verwalteten Stiftung Philharmonisches Staatsorchester Mainz. Beide Stiftungen habe er durch stürmische Zeiten, nämlich Finanzmarktkrise, Euro-Krise und Corona-Pandemie, sicher geleitet und das von der Gesellschaft der Freunde des Mainzer Theaters (jetzt: Theaterfreunde Mainz) eingebrachte Starkapital von 70.000 DM ansehnlich vermehrt. Unter seiner Führung habe sich die Stiftung vor allem als Förderer von Umbauten im Staatstheater besonders verdient gemacht.

Der neue Vorsitzende versprach, diese erfolgreiche Arbeit für Theater und Orchester in Mainz gemeinsam mit dem Schatzmeister Udo Kaufhold, der Initiatorin dieser Stiftung, Frau Sigrid Michaelis und dem Kuratoriumsvorsitzenden Wolfgang Merzbach, der zugleich stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister der Theaterfreunde Mainz ist, weiterführen zu wollen. Dr. Coridaß wird aber als Vertreter der Theaterfreunde Mainz dem Stiftungsvorstand weiter angehören und diesen mit Rat und Tat unterstützen.

Umzug der Theaterkasse

Weil im Foyerbereich Umbaumaßnahmen stattfinden, um einen neuen und schnelleren Aufzug einzubauen, ist die Theaterkasse und das Abonnementbüro bis auf Weiteres in die Fuststrasse 4, auf der Rückseite des Restaurants „Zum grünen Kakadu“, umgezogen.

Neuwahlen beim Förderverein tanzmainz

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Fördervereins tanzmainz, die aufgrund der Coronabedingungen im Februar 2022 nicht in Präsenz stattfand, wurde der Vorstand neu gewählt. Manuela Klauer und Dirk Grüne, die seit 2018 den Förderverein sehr kompetent und motiviert als Vorstandsvorsitzende geleitet hatten, kandidierten nicht mehr bei der Wahl, Dr. Werner Wodrich wird sein Amt als Schatzmeister zum 1.4.2022 übergeben. Ein herzlicher Dank ging an an die ausscheidenden Vorstandsmitglieder für ihre intensive Tätigkeit für den Förderverein tanzmainz.

Die Mitgliederversammlung wählte Mechthild Kölzer als Vorsitzende, Dr. Jörg Ruppert als stellvertretenden Vorsitzenden und Dr. Claudia Walther als Schatzmeisterin. Als Beisitz wurden der bisherige Vorstand Till Rehberg, Gründungsmitglied des Fördervereins, und Dr. Werner Wodrich bestätigt sowie Dr. Petra Ziegler als neues Vorstandsmitglied.

Tanzbegeisterte haben sich 2001 zum Förderverein tanzmainz e.V. zusammengeschlossen, um mit gezielter Unterstützung tanzmainz weiter auf seinem Weg in der internationalen Tanzelite zu begleiten. Mitglieder des Fördervereins sind zu Benefizveranstaltungen, Begegnungen mit dem tanzmainz-Ensemble und exklusiven Probenbesuchen vor den Tanzpremieren eingeladen. Alle Erlöse kommen tanzmainz zugute.

Die Theaterfreunde gratulieren dem neuen Team zur Wahl und freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Jan Philipp Gloger bis 2028 Schauspieldirektor in Nürnberg

Jan Philipp Gloger, zwischen 2011 und 2013 Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz, bleibt bis 2028 Schauspieldirektor in Nürnberg. Sein Vertrag mit der Stiftung Staatstheater Nürnberg wurde um weitere fünf Jahre verlängert“. Gloger leitet das Schauspiel an Bayerns größtem Mehrspartenhaus seit der Spielzeit 2018/19.

Gloger betonte angesichts der Vertragsverlängerung: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir erlaubt, gerade in herausfordernden Zeiten einen atmosphärisch und technisch so großartigen Ort wie das Nürnberger Schauspielhaus weiterhin prägen und entwickeln zu dürfen“, sagt Jan Philipp Gloger. „Gemeinsam mit einem starken Team und Ensemble weiterhin für eine so inspirierende Stadt Theater machen zu dürfen, deren Geschichte und Geschichten längst nicht auserzählt sind, ist eine großartige Perspektive.“

Biografie

Jan Philipp Gloger, Jahrgang 1981, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Während des Studiums arbeitete er als Bühnenmusiker und als Assistent der Gruppe Rimini Protokoll und zeigte Inszenierungen bei der Ruhrtriennale und den Frankfurter Positionen. Seit 2007 arbeitete er als freischaffender Schauspielregisseur, u.a. am Residenztheater in München, am Deutschen Theater und an der Schaubühne in Berlin, am Staatsschauspiel Dresden, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist neue Dramatik, u.a. brachte er Texte von Philipp Löhle, Ayad Akhdar und Elfriede Jelinek zur Uraufführung.

Seit 2010 inszeniert er auch Opern, u.a. an der Oper Zürich, an der Semperoper Dresden, an der Oper Frankfurt, bei den Bayreuther Festspielen, an der Nationale Opera Amsterdam und am Royal Opera House in London.

In Mainz hat er folgende Aufführungen inszeniert:

  • Traumnovelle nach Arthur Schnitzler, 2009
  • Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, 2010
  • Elfriede Jelinek: Winterreise, 2011
  • Ferenc Molnár: Liliom, 2012
  • Philipp Löhle: Nullen und Einsen (Uraufführung), 2013
  • William Shakespeare: Was ihr wollt, 2013
  • Peter Handke: Kaspar, 2013

Förderverein des Orchesters mit neuer Vorsitzenden

Der Förderverein des Orchesters im Staatstheater Mainz hat auf seiner Mitgliederversammlung im Dezember 2021 eine neue Vorsitzende gewählt, nämlich Frau Ulrike Schaeffer. Frau Dr. Judith Braun-Biehl wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Frau Nancy Neumann und Herr Thomas Baumhäkel, der bisherige Vorsitzende des Fördervereins, arbeiten weiterhin als Beisitzer mit. Herr Volker Beling repräsentiert künftig den Förderverein als Präsident.

Die Vorsitzende bedankte sich herzlich bei Frau Franziska Freitag für deren kreative wie unermüdliche Vorstandsarbeit. Frau Freitag habe zusammen mit Herrn Thomas Baumhäkel, Frau Birgit Dany-Pietschmann und Herrn Volker Beling den Förderverein erfolgreich aufgebaut, unzählige Kammerkonzerte veranstaltet und viele Projekte des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz unterstützt.

Die Theaterfreunde Mainz gratulieren dem neuen Team um Frau Ulrike Schaeffer und erwarten eine ebenso vertrauensvolle Zusammenarbeit wie mit dem bisherigen Vorsitzenden, Herrn Thomas Baumhäkel.

Vereinsgeschäftsstelle: Kanzlei Baumhäkel, Schöfferstr. 8 (Am Dom), 55116 Mainz, Fon: 06131-143 43 63, Fax061 31-143 43 6, info@orchesterfoerderer-mainz.de
Bankverbindung des Fördervereins: IBAN: DE34 5505 0120 0000 0112 39

Ex-Theaterintendant Taube ist tot

Dietrich Taube, Intendant der Städtischen Bühne Mainz von 1978 bis 1991, ist im Alter von 89 Jahren in einem Münchner Krankenhaus gestorben. Dietrich Taube hatte 1991 kurz nach der Umwandlung des Stadttheaters in ein Staatstheater Mainz in Richtung Erfurt verlassen, wo er bis 2002 Generalintendant des Theaters war. Dort gründete er 1994 ein Kinder- und Jugendtheaterensemble sowie im selben Jahr auch die berühmt gewordenen Domstufen-Festspiele.

Dietrich Taube, am 19. November 1932 in Walzen (Oberschlesien) geboren, besuchte das Gymnasium „Am Zwinger“ in Breslau. Nach der Vertreibung setzte er seinen Schulbesuch in Altena fort, wo er das Abitur ablegte. Er nahm ein Studium der Germanistik, Geschichte und Französisch an der Ludwig-Maximilians-Universität München auf, wechselte jedoch zum Schauspiel und ließ sich von 1954 bis 1956 an der Otto-Falckenberg-Schule ausbilden.

An den Städtischen Bühnen Freiburg arbeitete er von 1957 bis 1964 als Schauspieler und Regisseur sowie als Assistent des Intendanten. 1964 wurde er Oberspielleiter der Sparte Schauspiel des Stadttheaters Gießen. 1966 wurde er dessen Intendant. 1978 wechselte er als Intendant an die Städtischen Bühnen Mainz.

Vorstand von Theaterfreunden im Amt bestätigt

Die Mitgliederversammlung der Theaterfreunde hat am 8.11.2021 den bisherigen Vorstand in seinen Ämtern bestätigt. Damit werden die Mainzer Theaterfreunde für die nächsten 3 Jahre von Justizrat Dr. Wolfgang Litzenburger als Vorsitzendem und Wolfgang Merzbach als Stellvertreter und Schatzmeister geführt. Beisitzer sind Frau Christianne Brenken (Schriftführerin), Frau Petra Barth (Programmplanung), Frau Eva von Hülst (Veranstaltungen), Herr Harald Zuckmayer und Herr Dierk Fröhlich.

Sparvorschläge vom Tisch – Erfolg des Aktionsbündnisses

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung der Staatstheater Mainz GmbH am 28. September 2021 erklärte  Oberbürgermeister Michael Ebling, dass die Mittel für das Staats-theater Mainz für das Jahr 2022 in voller Höhe in den Haushaltsplan der Stadt Mainz eingestellt werden sollen. Eine Anpassung des Wirtschaftsplanes der Staatstheater Mainz GmbH für die laufende Spielzeit 2021/22 sei damit nicht erforderlich. Kürzungen für die Folgejahre gegenüber den bisherigen Planungen seien ebenfalls nicht vorgesehen. Dazu Michael Ebling: „Wir wollen trotz der von Seiten der ADD geforderten Einsparungen bei den freiwilligen Leistungen, zu der auch die Kultur zählt, einen Haushalt für 2022 vorlegen, der Kürzungen für das Staatstheater jetzt und in Zukunft nicht erforderlich macht. Und das ist im Kontext der hervorragenden Arbeit des Hauses auch kulturpolitisch ein wichtiges Signal.“ Im laufenden Haushaltsjahr steht derzeit noch eine Reduktion des städtischen Zuschusses an die Staatstheater Mainz GmbH in Höhe von € 300.000,- im Raum. Die Gesellschafter Stadt und Land wollen sicherstellen, dass dies keine Auswirkungen auf das kulturelle Angebot des Staatstheaters hat.

Erfolg des Aktionsbündnisses

Damit hat die Stadt Mainz die Sparvorschläge, die im Sommer laut geworden waren, vollständig zurückgenommen und die zentrale Forderung des Aktionsbündnisses „Mainzer Theater für alle“ erfüllt. Intendant Markus Müller zeigte sich erfreut über diese Entwicklung, appellierte jedoch zugleich an alle Verantwortlichen, zukünftig die wichtige gesellschaftliche Rolle der Kultur – gerade nach den schmerzhaften Erfahrungen in der Corona-Krise – nicht mehr durch Spardiskussionen infrage zu stellen. Damit spricht der Intendant aus, was nicht nur die Mitglieder dieses Aktionsbündnisses, sondern alle Freunde des Mainzer Staatstheaters und des Philharmonischen Staatsorchesters denken.

Aktionsbündnis gegen schlechten Lohn für Mainzer Theaterkultur

Die Ankündigung der Stadt Mainz, zu Lasten des Staatstheaters Mainz im laufenden und im kommenden Jahr 900.000 € einsparen zu wollen (Bericht in der Allgemeine Zeitung vom 26.07.2021), hat das bereits 2011 gegründete Aktionsbündnis der theaternahen Vereine und Stiftungen „Mainzer Theater für alle“ auf den Plan gerufen. Im Jahre 2011 hat dieses Aktionsbündnis schon einmal erfolgreich von der Stadt Mainz für 2013 geplante Einsparungen zu Lasten des Staatstheaters von 3 Mio. € jährlich verhindert. Um dies damals mit vereinten Kräften zu verhindern, schlossen sich der Förderverein tanzmainz eV, der Förderverein des Orchesters im Staatstheater Mainz eV, die Theaterfreunde Mainz eV, die Mainzer Volksbühne eV, die Stiftung Mainzer Theaterkultur und die Theatergemeinde Mainz eV, die gemeinsam 4.000 Mitglieder repräsentieren, zusammen.

Auch jetzt, ziemlich genau 10 Jahre später, treten die zusammengeschlossenen Vereinigungen und Stiftungen dem zweiten Versuch der Stadt, zu Lasten des Mainzer Theaters im eigenen Haushalt zu sparen, entschlossen entgegen. Diese Kürzungen sind ein schlechtes Signal an alle Kulturschaffenden in Stadt und Land, die sich während der Pandemie solidarisch mit der Gesellschaft gezeigt und die Schließung ihrer Einrichtungen widerspruchslos akzeptiert haben. Gerade jetzt dem Staatstheater den vereinbarten und fest zugesagten jährlichen Ausgleich für die tarifvertragsbedingten Mehrausgaben zu kürzen, also zu Lasten dieser Kulturschaffenden sparen zu wollen, hält das Aktionsbündnis für grundverkehrt: Das ist schlechter Lohn für die so erfolgreiche Mainzer Theaterkultur.

Das Bündnis wird sich – wie 2011 – mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen zur Wehr setzen und Solidarität mit dem Mainzer Theater zeigen.

Kulturschaffende Spielball der Politik

Operngala 2014 – Foto: Martina Pipprich

Das Aktionsbündnis hat zwar Verständnis dafür, dass die Stadt Mainz wegen der Nichtgenehmigung ihres Haushalts 2021 und 2022 durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Trier im Bereich der freiwilligen Ausgaben kürzen muss. Dass sich die Stadt jedoch ausgerechnet, die Kultur herausgesucht hat, um durch einseitige Kürzung bereits zugesagter Mittel das Land zu bewegen, diese Minderausgaben der städtischen Seite auszugleichen, erscheint den Bündnispartnern unvertretbar: Die Kulturschaffenden des Staatstheaters werden so zum Spielball rein fiskalischer Interessen. Das haben sie nach der langen Zeit des staatlichen verordneten Stillstands, den sie solidarisch mitgetragen haben, nicht verdient.

Theater als Kitt der Gesellschaft

Ausgerechnet in diesen für die Kulturschaffenden ohnehin schwierigen, bisweilen existenzbedrohenden Zeiten den Rotstift bei der Kultur anzusetzen, ist auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ein schlechtes Signal. Die Folgen der Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen haben tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In den sozialen Netzwerken verroht der Diskurs, im öffentlichen Meinungskampf wird immer öfter nicht die Haltung des Gegenübers abgelehnt, sondern gleich der ganze Mensch. Zugleich droht sich die soziale Spaltung in der Gesellschaft weiter zu vertiefen. Bildung und Kultur, und dabei vor allem das Theater, wirken als Orte der sozialen Integration und direkten Begegnung dieser negativen und letztlich demokratiegefährdenden Entwicklung entgegen. Wir brauchen Theater heute mehr denn je, als den Ort, an dem wir unsere Empathie wiederentdecken und andere Perspektiven ausprobieren können. Theater tragen deshalb mit dazu bei, der Verbreitung von Hass und Hetze in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Öffentliche Kürzungsdebatten aber schwächen das Theater und schmälern seine Bedeutung.

Gefahr für das zweitkleinste Mehrsparten-Theater in Deutschland

Die geplanten Kürzungen von zusammen 900.000 € in den Jahren 2021 und 2022 sind für das Mainzer Staatstheater keine unerhebliche Summe und könnten zum Wegfall von bis zu 30 Stellen führen. Hinzu kommt, dass das Staatstheater Mainz – gemessen an der Etatgröße – ohnehin das zweitkleinste Mehrsparten-Staatstheater in den alten Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland ist.  Die mit der Pandemie und der vollständigen Schließung des Theaters verbundenen Einnahmeausfälle konnten Markus Müller und Erik Raskopf zwar durch Kurzarbeit, November- und Dezemberhilfen und durch massive Einsparungen insbesondere im Bereich der Personalkosten sowie durch den Verzicht auf Stellenbesetzungen kompensieren, sodass das Staatstheater zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Juli 2021 eigentlich wirtschaftlich stabil und gesund dasteht. Für die kommende Spielzeit sieht der Wirtschaftsplan des Staatstheaters deshalb auch eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von bis zu 2 Mio. € vor. Damit entlastet das Staatstheater Land und Stadt als Träger und sorgt so weiterhin für stabile, finanzielle Verhältnisse. Die Finanzlage des Staatstheaters würde durch die einseitig von der Stadt geplanten Kürzungen gefährdet, zumal nicht ausgeschlossen erscheint, dass diese Einsparpolitik auch über 2022 hinaus fortgesetzt wird.

Mangel an Verlässlichkeit der Stadt Mainz

Völlig inakzeptabel erscheint dem Aktionsbündnis, dass die Stadt Mainz bereits für das laufende Wirtschaftsjahr fest zugesagte und vereinbarte Zuschüsse einseitig kürzen will, und das auch noch ohne Absprache mit der Theaterleitung. Der Wirtschaftsplan für die Spielzeit 2021/22 mit den entsprechenden Zuschüssen wurde einstimmig von Land und Stadt verabschiedet.

Markus Müller

Dieser Mangel an Verlässlichkeit der Stadt steht in krassem Widerspruch zu den bemerkenswerten, kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen des Theaterintendanten Markus Müller und seines Teams. Das Staatstheater hat in den viereinhalb Spielzeiten vor Beginn der Pandemie nicht nur die Besucher- Abonnementszahlen, sondern auch seine eigenen Erlöse in einer Weise gesteigert, die beispiellos ist: Das Staatstheater erzielte vor der Pandemie die höchsten Verkaufserlöse seit Beginn der Aufzeichnungen! Die tatsächlichen Erlöse haben bis zur Pandemie in jeder Spielzeit das Einnahmesoll übertroffen. So konnten Rücklagen gebildet werden, die für die Sicherstellung der Liquidität auch dringend erforderlich waren. Die Rücklagen waren unter dem Vorgänger von Markus Müller so stark abgeschmolzen, dass zu Beginn seiner Intendanz mehrfach Liquiditätsengpässe entstanden waren.

Dieses Engagement und dieser wirtschaftliche Erfolg des Staatstheaters Mainz und aller seiner Beschäftigten haben es nicht verdient, dass die Stadt Mainz sie mit solch unabgestimmten Sparvorschlägen konfrontiert.

Neuordnung der Trägerschaft des Staatstheaters

Das Aktionsbündnis hat Verständnis dafür, dass die Stadt Mainz die finanziellen Lasten der Trägerschaft nicht mehr im bisherigen Umfang tragen kann und will. Es ist verständlich, dass die Stadt Mainz als eine der Trägerinnen des Theaters perspektivisch eine Erhöhung der Anteile des Landes anstrebt. Mittlerweile wird das Staatstheater zu 47% von der Stadt und zu 53% vom Land finanziell getragen. Der Änderungswunsch ist nachvollziehbar. Dies darf jedoch nicht durch einseitige Kürzungen von vereinbarten Leistungen geschehen, sondern nur durch eine grundsätzliche Neuordnung der Trägerschaft des Staatstheaters. Einer solchen Neuordnung stehen die Bündnispartner aufgeschlossen gegenüber.

Ziel des Aktionsbündnisses

Seit Gründung des Aktionsbündnisses im Januar 2011 verfolgt dieses das Ziel, für ein attraktives künstlerisches Angebot in Tanztheater, Musiktheater und Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater am Mainzer Staatstheater zu sorgen. Theater ist ein für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unverzichtbares Kultur- und Freizeitangebot für alle Einwohner dieser Stadt. Die kulturelle Vielfalt des Theaters ist ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen. Der damit verbundene Freizeitwert veranlasst zudem immer mehr Menschen ihren Wohnsitz in die Stadt zu verlegen, um so am kulturellen Leben in seiner gesamten Bandbreite und Vielfalt unmittelbar teilnehmen zu können.

Nicht zuletzt stellt das Theater ein wichtiges Freizeitangebot für Kinder, Jugendliche und Studierende in dieser Stadt bereit. Gerade diese pädagogisch, aber auch sozialpolitisch so wichtige Aufgabe des Theaters darf nicht dem Rotstift der Stadt Mainz zum Opfer fallen.

Die Allgemeine Zeitung und die FAZ Rhein-Main haben in ihren Ausgaben vom 31.07.2021 hierüber berichtet.

Mainzer Theaterfreunde sammeln 14.000 € für Theaterschaffende in Not

Unter den Folgen dieser Corona-Pandemie haben die Theaterschaffenden wegen des Verbots fast aller kulturellen Veranstaltungen besonders zu leiden. Dies gilt auch für die Künstler*innen und sonstigen Mitarbeiter*innen des Staatstheaters Mainz und des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz. Die fest engagierten bzw. angestellten Mitarbeiter*innen haben zwar noch ihr festes Gehalt, doch fallen auch bei diesen jegliche Zuverdienstmöglichkeiten weg, was bei Familien zu großen finanziellen Problemen führen kann. Größte Not leiden dagegen alle freischaffenden Künstler*innen, deren Produktionen nicht aufgeführt werden können und die deshalb kein Honorar erhalten.

Um diesen Theaterschaffenden und Musikern in der gegenwärtigen Notlage zu helfen, haben die Theaterfreunde Mainz die nicht für Theaterbesuche ausgegebene oder für bereits gekaufte Karten bzw. Abonnements zurückerstattete Beträge für diesen Zweck gespendet. Dabei ist seit April 2020 bis heute eine Summe von 14.000 € zusammengekommen, mit dem das Kapital eines von den Theaterfreunden bereits seit mehr als 10 Jahren verwalteten Sozialfonds, der in Erinnerung an den langjährigen Vorsitzenden „Zimmerschied-Fonds“ genannt wird, aufgestockt werden konnte. Dieser Sozialfonds leistet diskrete, schnelle und unbürokratische Hilfe, wenn Mitarbeiter*innen des Staatstheaters Mainz bzw. des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz oder deren Angehörige in wirtschaftliche Not geraten, insbesondere in Todes- und Krankheitsfällen, bei der Erziehung oder Ausbildung minderjähriger Kinder, bei der Sicherung einer angemessenen Unterkunft oder bei der Anschaffung von zur Berufsausübung notwendigen Sachen.

Der Vorsitzende der Theaterfreunde Mainz, Dr. Wolfgang Litzenburger, bedankt sich bei allen, die durch ihre Spendenbereitschaft die Solidarität zwischen den Theaterschaffenden und dem Theater- bzw. Konzertpublikum unter Beweis gestellt haben.

Operndirektor Stefan Vogel wechselt nach Luzern

Nach fast sechsjähriger Tätigkeit am Staatstheater Mainz verlässt Stefan Vogel Mainz und wechselt an das Theater in Luzern. Als Operndirektor zeichnet er mitverantwortlich für viele künstlerische Höhepunkte. Über 60 Musiktheaterproduktionen, darunter ambitionierte und zum Teil gewagte Projekte wurden unter seiner Leitung auf die Bühne gebracht. Dazu gehörten auch Lydia Steiers Inszenierung von Pascal Dusapins PERELÀ, die für den deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert wurde, IF THIS THAN THAT AND NOW WHAT (UA) von Simon Steen-Andersen, die bei der Münchener Biennale für Furore sorgte, und die Uraufführung TAMÁSS, die abendländische (notierte) Musik mit der orientalischen (improvisierten) in einer einzigartigen Symbiose zusammengebracht hat.

Mit Ina Karr wird er im Frühjahr 2021 in die Schweiz ziehen und mit Beginn der Spielzeit 2021/22 am Luzerner Theater die Aufgabe als Betriebsdirektor/COO übernehmen. Mit dem geplanten Neubau des Luzerner Theaters wartet dort neben dem regulären Spielbetrieb eine ganz besondere Herausforderung auf ihn.

Nachfolger ist Gabriele Donà

Gabriele Donà

Nachfolger von Stefan Vogel als Leiter des Opernbetriebs und Castingdirektor wird Gabriele Donà. Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums studierte Gabriele Donà Violine am Konservatorium seiner Geburtsstadt Padua sowie Musikwissenschaft an der dortigen Universität. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien schloss er die Studien Orchester- sowie Chordirigieren ab. Als Geiger war er im Quartetto d’Archi di Padova, Orchestra del Teatro Lirico G. Verdi Trieste, I Filarmonici di Padova sowie dem Pro Arte Orchester Wien tätig und nahm an den Kursen der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg in der Klasse von Yair Kless teil. Verschiedene Engagements führten ihn unter anderem als Chordirektor an das Landestheater Niederbayern sowie als Chordirektor und Kapellmeister nach Bautzen. Darüber hinaus leitete Gabriele Donà das Pro Arte Orchester Wien, das Wiener Kammerorchester, das Orchestra del Teatro Olimpico Vicenza, die Neue Lausitzer Philharmonie Görlitz, das Orchester des F.X. Šalda-Theaters Liberec, die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Magdeburg sowie den Coro di Praga Prag. Zahlreiche Auftritte führten ihn etwa in die Dresdner Frauenkirche und ins Berliner Konzerthaus.

2004 entdeckte und katalogisierte er den Bestand der Musikhandschriften der Jüdischen Gemeinde von Padua (Zeitspanne: 1834-1942, 315 Chorpartituren sowie dazugehörige Einzelstimmen). Es folgten die Veröffentlichung seiner Arbeit und die Auszeichnung durch die Accademia Galileiana Padova. Sein Interesse für die Verknüpfung von Musik und Identität bewegte ihn dazu, eine Auswahl aus Liedern in nieder- und obersorbischer Sprache mit dem Chor Klangwerkstatt Dresden einzustudieren und aufzunehmen (Lieder aus dem Lohsaer Liederbuch, 2017 rbb, Berlin).

2017 wurde Gabriele Donà als Maestro Collaboratore am Teatro dell’Opera in Rom aufgenommen. In derselben Funktion assistierte er bei der Produktion Tristan und Isolde im Teatro Comunale von Modena sowie im Teatro Comunale von Ferrara (eine Koproduktion mit dem Staatstheater Nürnberg).

Seit Februar 2018 arbeitet Gabriele Donà in der künstlerischen Betriebsdirektion am Staatstheater Mainz, seit der Spielzeit 2019/20 ist er Chefdisponent.

GMD Bäumer verlängert bis 2025

Hermann Bäumer verlängert sein Engagement als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz um weitere vier Jahre bis zum 31. Juli 2025. Staatssekretär Denis Alt freut sich über die weitere Zusammenarbeit: „Hermann Bäumer hat in den vergangenen Jahren als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz und als Generalmusikdirektor des Staatstheaters Mainz hervorragende Arbeit geleistet. Ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam eine erfolgreiche Zukunft vor uns haben und das hohe künstlerische Niveau des Orchesters weiter ausbauen können.“

Bereits seit dem 1. August 2011 leitet Bäumer das Orchester in Mainz. Unter seiner künstlerischen Leitung hat sich das Staatsorchester kontinuierlich entwickelt und hat neue Wege eingeschlagen. Dass seine Arbeit über Rheinland-Pfalz hinaus gewürdigt wird, belegen erhaltene Auszeichnungen: 2017 als „Innovatives Orchester“ durch die Deutsche Orchesterstiftung und für die Spielzeit 2018/2019 für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ durch den Deutschen Musikverleger-Verband.

„Das Philharmonische Staatsorchester hat sich neben einer ungeheuren Musizierfreude auch die Neugier auf Neues sowie neue Sichtweisen auf Altbekanntes bewahrt. Das zeichnet auch das Mainzer Publikum aus und so ist es für mich eine Ehre und große Freude, hier in Mainz weiter arbeiten zu dürfen“, freut sich Bäumer über sein fortlaufendes Engagement.

„Die in den vergangenen Jahren erreichte künstlerische Leistungsfähigkeit des Philharmonischen Staatsorchesters ist ein Ergebnis der intensiven Arbeit Hermann Bäumers und stellt eine Bereicherung für das kulturelle Leben in Mainz und der Region dar“, so der Staatssekretär. Die innovativen Konzertformate, die Bäumers Leitung auszeichnen, werden auch in der aktuellen Spielzeit wieder aufgegriffen. So wird beim 6. Mainzer Komponistenporträt am 20. März in einem Sinfoniekonzert der türkische Pianist Fazil Say vorgestellt. Im April erfolgt ein Konzert der Reihe „Auf Wiederhören“, das sich mit Musik der Gegenwart beschäftigt.

Der Intendant des Mainzer Staatsheaters Markus Müller hob die Bedeutung der Arbeit Bäumers hervor: „Hermann Bäumer fordert sich, sein Orchester und unsere Sängerinnen und Sänger musikalisch immer wieder neu heraus. Er ist offen, neugierig und bringt eine vertrauensvolle zwischenmenschliche Atmosphäre in seine künstlerische Arbeit ein. Das exzellente Klangergebnis und das hohe musikalische Niveau erleben wir in den vielen Konzerten und Opernaufführungen. Daher freue ich mich sehr über die weitere Zusammenarbeit mit ihm als Generalmusikdirektor und als verlässlicher, wichtiger Partner für mich ganz persönlich und für das Staatstheater Mainz.“

Bäumers Engagement und sein Bezug zur Landeshauptstadt Mainz zeigen sich auch in weiteren Projekten: 2015 initiierte er ein Konzert für Flüchtlinge im Theater Mainz. Im diesjährigen Beethoven-Jubiläumsjahr entstand das Projekt „Beethoven-Babys“. Hierbei erhalten alle Babys, die in und um Mainz geboren wurden eine sechsjährige musikalische Patenschaft. Diese beinhaltet Krabbel- und Kinderkonzerte. „Die genannten Initiativen Hermann Bäumers zeigen, dass dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz ein künstlerischer Leiter vorsteht, der als Botschafter der Musik Brücken zu den Menschen schlägt“, würdigt Alt die Leistungen.

Neben der Vertragsverlängerung konnten auch zwei neue Orchesterstellen eingerichtet werden. Damit kann die künstlerische Ausrichtung des Orchesters ausgebaut werden.

Bierwirth unterstützt Staatstheater Darmstadt

Der kaufmännische Geschäftsführer des Staatstheaters Mainz Volker Bierwirth geht zwar demnächst in den Ruhestand, doch setzt er sich deshalb noch lange nicht zur Ruhe. Er ist vom hessischen Kunstministerium beauftragt worden, dem Staatstheater Darmstadt bei der Aufarbeitung der Haushaltsmisere zu helfen. Dazu sollen die Verwaltungs- und Geschäftsabläufe innerhalb der Theaterverwaltung analysiert und die notwendigen Veränderungsprozesse von ihm begleitet werden.

Erik Raskopf wird Nachfolger von Volker Bierwirth

Der Aufsichtsrat des Staatstheater Mainz hat Herrn Erik Raskopf als Geschäftsführender Theaterdirektor am Staatstheater Mainz zum 1. März die Nachfolge von Volker Bierwirth antreten wird. Herr Raskopf ist derzeit als Künstlerischer Betriebsdirektor, Prokurist und Stellvertreter des Intendanten am selben Haus tätig. Weiterlesen

Neu gewählt: Theaterbeirat des Staatstheaters

Der Theaterbeirat des Staatstheaters Mainz ist ein Sprachrohr des kunstsinnigen Publikums. Die Mitglieder des Theaterbeirats werden zur Hälfte vom Land und zur anderen Hälfte von der Stadt Mainz berufen. Die von der Stadt Mainz zu entsendenden Beiratsmitglieder werden vom Stadtrat nach den für Ausschüsse geltenden Regeln bestimmt. Die Geschäftsordnung des Theaterbeirats gewährleistet darüber hinaus, dass alle theaternahen Vereinigungen an den Beratungen dieses Gremiums teilnehmen können. Weiterlesen

FAUST 2019 für Elisabeth Stöppler

Am Abend des 9.11.2019 wurden im Staatstheater Kassel zum 14. Mal die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Theaterpreises DER FAUST ausgezeichnet, darunter die Mainzer Regisseurin Elisabeth Stöppler für die Inszenierung „Götterdämmerung“ am Theater Chemnitz. Elisabeth Stöppler verstehe es, Wagners lange musikalische Wege mitzugehen, lasse gleichzeitig Uneindeutigkeiten und Umdeutungen zu und schaffe es, Brutalität ohne Repräsentation jener darzustellen. Mit Klimawandel und sozialer Vereinsamung werde das thematische Triptychon dieser besonderen Inszenierung vervollständigt und bekommt dadurch eine ungeahnte Relevanz und Schärfe. Weiterlesen

Neues Zuhause für Künstler am Staatstheater

Seit Jahrzehnten stellen die Theaterfreunde Mainz dem Staatstheater eine Wohnung zur Verfügung, in der Regisseure, Sänger, Schauspieler, Tänzer usw. für wenig Geld einige Tage, Wochen oder auch Monate wohnen können. Die Nachfrage nach dieser preisgünstigen Unterkunft für Künstler am Theater war so groß, dass sich die Theaterfreunde entschlossen haben, eine zweite Wohnung im Augustinergäßchen, also ganz nah beim Staatstheater, anzumieten, zu möblieren und zur Einquartierung von Künstlern zur Verfügung zu stellen. Die von den Künstlern zu zahlende Miete ist nicht kostendeckend, so dass die Theaterfreunde auf diese Weise mehrere tausend Euro dem Staatstheater zukommen lassen.