Autor: Dr. Wolfgang Litzenburger (Seite 2 von 21)

Hein, Carlotta

Carlotta Hein ist 1997 in Oldenburg geboren und aufgewachsen.

2017 begann sie mit ihrem Schauspielstudium an der Folkwanguniversität der Künste in Bochum.

Carlotta Hein ist seit der Spielzeit 2021/22 festes Mitglied des Ensembles am Staatstheater Mainz.

Enders, Leandra

Die 1997 geborene Schauspielerin Leandra Enders wuchs in Mainz auf.

Das Schauspielstudium absolvierte sie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover. Währenddessen stand sie für einige studentische Kurzfilme vor der Kamera. 2018 wurde sie mit dem Schauspielpreis der CULT-Stiftung für Mariechen in der Hochschulproduktion „Die Gärten des Monsieur Foucault“ ausgezeichnet und erhielt das Deutschlandstipendium der HMTMH.

Seit Sommer 2020 ist Leandra Enders Mitglied des Schauspielensembles des Staatstheater Mainz.

Torbidoni, Marta

Die Koloratursopranistin Marta Torbidoni begann schon sehr früh mit ihrer Gesangsausbildung bei Doriana Giuliodoro. 2008 schloss Marta Torbidoni ihr Gesangsstudium mit Auszeichnung am Konservatorium G.B. Pergolesi in Fermo ab sowie 2013 ihr Studium der Musikwissenschaften mit Bestnote.

Meisterkurse belegte sie bei Renata Scotto, Sylvia Sass, Giorgio Merighi, Giovanna Casolla, Valeria Esposito, Paolo Barbacini, Fabio Armiliato, Micaela Carosi und Mirella Freni.

Marta Torbidoni ist Preisträgerin bedeutender Gesangswettbewerbe, wie dem 68. Europäischen Wettbewerb für junge Opernsänger in Spoleto (2014), Gewinnerin des Cesare Valletti-Preises und des 1. Preises der Puccini-Akademie in Torre del Lago.

Als Finalistin des Voci Verdiane-Wettbewerbs war sie als Amalia in I Masnadieri im Rahmen des Verdi Festivals 2016 in Busseto zu erleben. Zudem gewann sie 2017 den Franco Enriquez-Preis als beste Sopranistin.

Marta Torbidoni trat bereits in vielen bedeutenden Opern- und Konzerthäusern auf, wie der Oper in Rom, dem Teatro Regio in Parma, dem Teatro Comunale in Bologna, dem Teatro Donizetti in Bergamo, dem Teatro Bellini in Catania, dem Teatro delle Muse in Ancona, dem Festival Sferisterio in Macerata, dem Municipal Theater in São Paolo (Brasilien), dem Teatro dell Aquila in Fermo, der Opera de Tenerife, dem Teatro Principal in Menorca, dem Auditorium Gasteig in München, dem Palau della Musica in Valencia, dem Auditorium Enrico Caruso in Torre del Lago, dem Teatro Flavio Vespasiano in Rieti und dem Teatro Lauro Rossi in Macerata.

Seit der Spielzeit 2021/2022 ist sie Ensemblemitglied.

Theaterstiftung mit neuem Vorsitzenden

Nach 17 Jahren übergibt der langjährige Vorsitzende der Stiftung Mainzer Theaterkultur den Vorsitz an Justizrat Dr. Wolfgang Litzenburger, den Vorsitzenden der Theaterfreunde Mainz seit 2007. Er habe sich vorgenommen, so Coridaß, in seinem 75. Lebensjahr seine zahlreichen Ehrenämter in jüngere Hände zu legen.

Dr. Litzenburger dankte ihm für sein äußerst erfolgreiches Wirken sowohl für die Theaterstiftung als auch für die von dieser treuhänderisch verwalteten Stiftung Philharmonisches Staatsorchester Mainz. Beide Stiftungen habe er durch stürmische Zeiten, nämlich Finanzmarktkrise, Euro-Krise und Corona-Pandemie, sicher geleitet und das von der Gesellschaft der Freunde des Mainzer Theaters (jetzt: Theaterfreunde Mainz) eingebrachte Starkapital von 70.000 DM ansehnlich vermehrt. Unter seiner Führung habe sich die Stiftung vor allem als Förderer von Umbauten im Staatstheater besonders verdient gemacht.

Der neue Vorsitzende versprach, diese erfolgreiche Arbeit für Theater und Orchester in Mainz gemeinsam mit dem Schatzmeister Udo Kaufhold, der Initiatorin dieser Stiftung, Frau Sigrid Michaelis und dem Kuratoriumsvorsitzenden Wolfgang Merzbach, der zugleich stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister der Theaterfreunde Mainz ist, weiterführen zu wollen. Dr. Coridaß wird aber als Vertreter der Theaterfreunde Mainz dem Stiftungsvorstand weiter angehören und diesen mit Rat und Tat unterstützen.

Neuwahlen beim Förderverein tanzmainz

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Fördervereins tanzmainz, die aufgrund der Coronabedingungen im Februar 2022 nicht in Präsenz stattfand, wurde der Vorstand neu gewählt. Manuela Klauer und Dirk Grüne, die seit 2018 den Förderverein sehr kompetent und motiviert als Vorstandsvorsitzende geleitet hatten, kandidierten nicht mehr bei der Wahl, Dr. Werner Wodrich wird sein Amt als Schatzmeister zum 1.4.2022 übergeben. Ein herzlicher Dank ging an an die ausscheidenden Vorstandsmitglieder für ihre intensive Tätigkeit für den Förderverein tanzmainz.

Die Mitgliederversammlung wählte Mechthild Kölzer als Vorsitzende, Dr. Jörg Ruppert als stellvertretenden Vorsitzenden und Dr. Claudia Walther als Schatzmeisterin. Als Beisitz wurden der bisherige Vorstand Till Rehberg, Gründungsmitglied des Fördervereins, und Dr. Werner Wodrich bestätigt sowie Dr. Petra Ziegler als neues Vorstandsmitglied.

Tanzbegeisterte haben sich 2001 zum Förderverein tanzmainz e.V. zusammengeschlossen, um mit gezielter Unterstützung tanzmainz weiter auf seinem Weg in der internationalen Tanzelite zu begleiten. Mitglieder des Fördervereins sind zu Benefizveranstaltungen, Begegnungen mit dem tanzmainz-Ensemble und exklusiven Probenbesuchen vor den Tanzpremieren eingeladen. Alle Erlöse kommen tanzmainz zugute.

Die Theaterfreunde gratulieren dem neuen Team zur Wahl und freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Jan Philipp Gloger bis 2028 Schauspieldirektor in Nürnberg

Jan Philipp Gloger, zwischen 2011 und 2013 Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz, bleibt bis 2028 Schauspieldirektor in Nürnberg. Sein Vertrag mit der Stiftung Staatstheater Nürnberg wurde um weitere fünf Jahre verlängert“. Gloger leitet das Schauspiel an Bayerns größtem Mehrspartenhaus seit der Spielzeit 2018/19.

Gloger betonte angesichts der Vertragsverlängerung: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir erlaubt, gerade in herausfordernden Zeiten einen atmosphärisch und technisch so großartigen Ort wie das Nürnberger Schauspielhaus weiterhin prägen und entwickeln zu dürfen“, sagt Jan Philipp Gloger. „Gemeinsam mit einem starken Team und Ensemble weiterhin für eine so inspirierende Stadt Theater machen zu dürfen, deren Geschichte und Geschichten längst nicht auserzählt sind, ist eine großartige Perspektive.“

Biografie

Jan Philipp Gloger, Jahrgang 1981, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Während des Studiums arbeitete er als Bühnenmusiker und als Assistent der Gruppe Rimini Protokoll und zeigte Inszenierungen bei der Ruhrtriennale und den Frankfurter Positionen. Seit 2007 arbeitete er als freischaffender Schauspielregisseur, u.a. am Residenztheater in München, am Deutschen Theater und an der Schaubühne in Berlin, am Staatsschauspiel Dresden, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist neue Dramatik, u.a. brachte er Texte von Philipp Löhle, Ayad Akhdar und Elfriede Jelinek zur Uraufführung.

Seit 2010 inszeniert er auch Opern, u.a. an der Oper Zürich, an der Semperoper Dresden, an der Oper Frankfurt, bei den Bayreuther Festspielen, an der Nationale Opera Amsterdam und am Royal Opera House in London.

In Mainz hat er folgende Aufführungen inszeniert:

  • Traumnovelle nach Arthur Schnitzler, 2009
  • Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, 2010
  • Elfriede Jelinek: Winterreise, 2011
  • Ferenc Molnár: Liliom, 2012
  • Philipp Löhle: Nullen und Einsen (Uraufführung), 2013
  • William Shakespeare: Was ihr wollt, 2013
  • Peter Handke: Kaspar, 2013

Selele, Zodwa

Die südafrikanische Sängerin und Musical-Darstellerin ist 1978 in Deutschland geboren.

Ausbildung

  • Ausbildung zur Musical-Darstellerin mit Vollstipendium an der neugegründeten Joop van den Ende Academy in Hamburg

Rollen und Engagements

  • Titelrolle in Elton Johns Aida
  • Hauptrollen in Ray Charles, Der König der Löwen, Hairspray, Hautnah sowie Highsociety
  • Rolle der Deloris van Cartier in Sister Act (dafür 2011 von der Fachzeitschrift MUSICALS zur „Beliebtesten Darstellerin” gewählt)
  • weitere Engagements am Kehrwieder Varieté Theater, der Laeiszhalle sowie dem Logensaal der Hamburger Kammerspiele
  • Seit Herbst 2015 im Capitol Theater Mannheim die Rolle der Sheila im Musical Hair
  • Weltweit erste Afro-Deutsche in der Rolle der Brunhild in Frank Nimsgerns Musical Der Ring
  • Rolle von Whoopi Goldberg als Oda Mae Brown im Musical Ghost am Landestheater Linz
  • 2017-2018 in der Stuttgarter Palladium Produktion von Bodyguard – Das Musical spielt sie die Rolle von Nicki Marron
  • erste Afro-Deutsche Eliza Doolittle in dem Klassiker My Fair Lady in ihrem heimischen Dialekt (fränkisch) bei den Luisenburg Festspielen
  • Hildy Esterhazy im Bernstein Klassiker On the town in der Musikalischen Komödie in Leipzig
  • 2021 Staatstheater Mainz: Titelrolle Victor/Victoria

Sonstiges

  • ZDF-Film Schief gewickelt, dem ARD-Film Dimitrius Schulze sowie dem internationalen Kinofilm 2 CLOSE 2 U
    seit 2010 Botschafterin der NCL Stiftung für Ein Leben ohne Kinderdemenz
  • 2015 offizieller Song für UNICEF Deutschland als Vertreterin des Gastlandes Südafrika

Förderverein des Orchesters mit neuer Vorsitzenden

Der Förderverein des Orchesters im Staatstheater Mainz hat auf seiner Mitgliederversammlung im Dezember 2021 eine neue Vorsitzende gewählt, nämlich Frau Ulrike Schaeffer. Frau Dr. Judith Braun-Biehl wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Frau Nancy Neumann und Herr Thomas Baumhäkel, der bisherige Vorsitzende des Fördervereins, arbeiten weiterhin als Beisitzer mit. Herr Volker Beling repräsentiert künftig den Förderverein als Präsident.

Die Vorsitzende bedankte sich herzlich bei Frau Franziska Freitag für deren kreative wie unermüdliche Vorstandsarbeit. Frau Freitag habe zusammen mit Herrn Thomas Baumhäkel, Frau Birgit Dany-Pietschmann und Herrn Volker Beling den Förderverein erfolgreich aufgebaut, unzählige Kammerkonzerte veranstaltet und viele Projekte des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz unterstützt.

Die Theaterfreunde Mainz gratulieren dem neuen Team um Frau Ulrike Schaeffer und erwarten eine ebenso vertrauensvolle Zusammenarbeit wie mit dem bisherigen Vorsitzenden, Herrn Thomas Baumhäkel.

Vereinsgeschäftsstelle: Kanzlei Baumhäkel, Schöfferstr. 8 (Am Dom), 55116 Mainz, Fon: 06131-143 43 63, Fax061 31-143 43 6, info@orchesterfoerderer-mainz.de
Bankverbindung des Fördervereins: IBAN: DE34 5505 0120 0000 0112 39

Tönjes, Verena

Foto: Jeremy Knowles

Die aus Nordenham stammende Mezzosopranistin Verena Tönjes ist sowohl als Opern- als auch als Konzert- und Liedsängerin tätig.

Ausbildung

  • Lehramtstudium von Musik und Spanisch an der Universität Köln (Erstes Staatsexamen)
  • Masterstudium Oper an der Universität der Künste Berlin in der Klasse von Albert Pesendorfer
  • Bachelorstudium an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bei Konrad Jarnot und Stella Doufexis

Engagements

  • 2019 Deutsche Oper Berlin in der Uraufführung von Chaya Czernowins Oper Heart Chamber, Figaros Hochzeit bei der Opernakademie Bad Orb,
  • Liederabende in Schloss Rheinsberg und im Konzerthaus Berlin
  • seit der Spielzeit 2020/21 am Staatstheater Mainz engagiert
  • Konzertreisen zum Samos Young Artists Festival auf Samos, Griechenland und nach Riga, Lettland

Sonstiges

  • mit Daria Tudor widmet sie sich dem Lied des 20. und 21. Jahrhunderts: 2019 gewann das Duo zwei Preise beim Paula Salomon-Lindberg-Wettbewerb „Das Lied“.
  • Preisträgerin des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg sowie des 5. Talente Campus des Philharmonischen Chores Berlin.

Homepage von Verena Tönjes

Ex-Theaterintendant Taube ist tot

Dietrich Taube, Intendant der Städtischen Bühne Mainz von 1978 bis 1991, ist im Alter von 89 Jahren in einem Münchner Krankenhaus gestorben. Dietrich Taube hatte 1991 kurz nach der Umwandlung des Stadttheaters in ein Staatstheater Mainz in Richtung Erfurt verlassen, wo er bis 2002 Generalintendant des Theaters war. Dort gründete er 1994 ein Kinder- und Jugendtheaterensemble sowie im selben Jahr auch die berühmt gewordenen Domstufen-Festspiele.

Dietrich Taube, am 19. November 1932 in Walzen (Oberschlesien) geboren, besuchte das Gymnasium „Am Zwinger“ in Breslau. Nach der Vertreibung setzte er seinen Schulbesuch in Altena fort, wo er das Abitur ablegte. Er nahm ein Studium der Germanistik, Geschichte und Französisch an der Ludwig-Maximilians-Universität München auf, wechselte jedoch zum Schauspiel und ließ sich von 1954 bis 1956 an der Otto-Falckenberg-Schule ausbilden.

An den Städtischen Bühnen Freiburg arbeitete er von 1957 bis 1964 als Schauspieler und Regisseur sowie als Assistent des Intendanten. 1964 wurde er Oberspielleiter der Sparte Schauspiel des Stadttheaters Gießen. 1966 wurde er dessen Intendant. 1978 wechselte er als Intendant an die Städtischen Bühnen Mainz.

Aleksanyan, Julietta

Die Sopranistin Julietta Aleksanyan wurde 1995 in Armenien geboren.

Ausbildung

  • Gesangsstudium am Konservatorium in Jerewan, Abschluss 2017
  • Mitglied in der Young Artists‘ Vocal Academy der Houston Grand Opera

Engagements

  • Debüt als Erste Nymphe in einer Neuproduktion von Rusalka in der Inszenierung von Christoph Loy und unter der musikalischen Leitung von Ivor Bolton am Teatro Real in Madrid und verkörperte die Adina in L’elisir d’amore in einer Koproduktion der DNO, Nederlandse Reisopera und der Opera Zuid
  • Seit der 2021/22 Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz

Sonstiges

  • Erste Preise beim Ersten internationalen Aram Chatschaturjan-Gesangswettbewerb 2017 sowie beim armenischen The President’s Prize 2018
  • 2016 zwei Sonderpreise beim Hans Gabor Belvedere-Gesangswettbewerb in Kapstadt
  • Dritter Preis sowie Sonderpreis bei dem nach der Opernsängerin B. Tulegenova benannten Wettbewerb Young Opera Singers in Kasachstan
  • Zweiter Preis beim Rimsky Kosakov-Gesangswettbewerb 2015 in Russland

Links

Vorstand von Theaterfreunden im Amt bestätigt

Die Mitgliederversammlung der Theaterfreunde hat am 8.11.2021 den bisherigen Vorstand in seinen Ämtern bestätigt. Damit werden die Mainzer Theaterfreunde für die nächsten 3 Jahre von Justizrat Dr. Wolfgang Litzenburger als Vorsitzendem und Wolfgang Merzbach als Stellvertreter und Schatzmeister geführt. Beisitzer sind Frau Christianne Brenken (Schriftführerin), Frau Petra Barth (Programmplanung), Frau Eva von Hülst (Veranstaltungen), Herr Harald Zuckmayer und Herr Dierk Fröhlich.

Sparvorschläge vom Tisch – Erfolg des Aktionsbündnisses

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung der Staatstheater Mainz GmbH am 28. September 2021 erklärte  Oberbürgermeister Michael Ebling, dass die Mittel für das Staats-theater Mainz für das Jahr 2022 in voller Höhe in den Haushaltsplan der Stadt Mainz eingestellt werden sollen. Eine Anpassung des Wirtschaftsplanes der Staatstheater Mainz GmbH für die laufende Spielzeit 2021/22 sei damit nicht erforderlich. Kürzungen für die Folgejahre gegenüber den bisherigen Planungen seien ebenfalls nicht vorgesehen. Dazu Michael Ebling: „Wir wollen trotz der von Seiten der ADD geforderten Einsparungen bei den freiwilligen Leistungen, zu der auch die Kultur zählt, einen Haushalt für 2022 vorlegen, der Kürzungen für das Staatstheater jetzt und in Zukunft nicht erforderlich macht. Und das ist im Kontext der hervorragenden Arbeit des Hauses auch kulturpolitisch ein wichtiges Signal.“ Im laufenden Haushaltsjahr steht derzeit noch eine Reduktion des städtischen Zuschusses an die Staatstheater Mainz GmbH in Höhe von € 300.000,- im Raum. Die Gesellschafter Stadt und Land wollen sicherstellen, dass dies keine Auswirkungen auf das kulturelle Angebot des Staatstheaters hat.

Erfolg des Aktionsbündnisses

Damit hat die Stadt Mainz die Sparvorschläge, die im Sommer laut geworden waren, vollständig zurückgenommen und die zentrale Forderung des Aktionsbündnisses „Mainzer Theater für alle“ erfüllt. Intendant Markus Müller zeigte sich erfreut über diese Entwicklung, appellierte jedoch zugleich an alle Verantwortlichen, zukünftig die wichtige gesellschaftliche Rolle der Kultur – gerade nach den schmerzhaften Erfahrungen in der Corona-Krise – nicht mehr durch Spardiskussionen infrage zu stellen. Damit spricht der Intendant aus, was nicht nur die Mitglieder dieses Aktionsbündnisses, sondern alle Freunde des Mainzer Staatstheaters und des Philharmonischen Staatsorchesters denken.

Aktionsbündnis gegen schlechten Lohn für Mainzer Theaterkultur

Die Ankündigung der Stadt Mainz, zu Lasten des Staatstheaters Mainz im laufenden und im kommenden Jahr 900.000 € einsparen zu wollen (Bericht in der Allgemeine Zeitung vom 26.07.2021), hat das bereits 2011 gegründete Aktionsbündnis der theaternahen Vereine und Stiftungen „Mainzer Theater für alle“ auf den Plan gerufen. Im Jahre 2011 hat dieses Aktionsbündnis schon einmal erfolgreich von der Stadt Mainz für 2013 geplante Einsparungen zu Lasten des Staatstheaters von 3 Mio. € jährlich verhindert. Um dies damals mit vereinten Kräften zu verhindern, schlossen sich der Förderverein tanzmainz eV, der Förderverein des Orchesters im Staatstheater Mainz eV, die Theaterfreunde Mainz eV, die Mainzer Volksbühne eV, die Stiftung Mainzer Theaterkultur und die Theatergemeinde Mainz eV, die gemeinsam 4.000 Mitglieder repräsentieren, zusammen.

Auch jetzt, ziemlich genau 10 Jahre später, treten die zusammengeschlossenen Vereinigungen und Stiftungen dem zweiten Versuch der Stadt, zu Lasten des Mainzer Theaters im eigenen Haushalt zu sparen, entschlossen entgegen. Diese Kürzungen sind ein schlechtes Signal an alle Kulturschaffenden in Stadt und Land, die sich während der Pandemie solidarisch mit der Gesellschaft gezeigt und die Schließung ihrer Einrichtungen widerspruchslos akzeptiert haben. Gerade jetzt dem Staatstheater den vereinbarten und fest zugesagten jährlichen Ausgleich für die tarifvertragsbedingten Mehrausgaben zu kürzen, also zu Lasten dieser Kulturschaffenden sparen zu wollen, hält das Aktionsbündnis für grundverkehrt: Das ist schlechter Lohn für die so erfolgreiche Mainzer Theaterkultur.

Das Bündnis wird sich – wie 2011 – mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen zur Wehr setzen und Solidarität mit dem Mainzer Theater zeigen.

Kulturschaffende Spielball der Politik

Operngala 2014 – Foto: Martina Pipprich

Das Aktionsbündnis hat zwar Verständnis dafür, dass die Stadt Mainz wegen der Nichtgenehmigung ihres Haushalts 2021 und 2022 durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Trier im Bereich der freiwilligen Ausgaben kürzen muss. Dass sich die Stadt jedoch ausgerechnet, die Kultur herausgesucht hat, um durch einseitige Kürzung bereits zugesagter Mittel das Land zu bewegen, diese Minderausgaben der städtischen Seite auszugleichen, erscheint den Bündnispartnern unvertretbar: Die Kulturschaffenden des Staatstheaters werden so zum Spielball rein fiskalischer Interessen. Das haben sie nach der langen Zeit des staatlichen verordneten Stillstands, den sie solidarisch mitgetragen haben, nicht verdient.

Theater als Kitt der Gesellschaft

Ausgerechnet in diesen für die Kulturschaffenden ohnehin schwierigen, bisweilen existenzbedrohenden Zeiten den Rotstift bei der Kultur anzusetzen, ist auch für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ein schlechtes Signal. Die Folgen der Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen haben tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. In den sozialen Netzwerken verroht der Diskurs, im öffentlichen Meinungskampf wird immer öfter nicht die Haltung des Gegenübers abgelehnt, sondern gleich der ganze Mensch. Zugleich droht sich die soziale Spaltung in der Gesellschaft weiter zu vertiefen. Bildung und Kultur, und dabei vor allem das Theater, wirken als Orte der sozialen Integration und direkten Begegnung dieser negativen und letztlich demokratiegefährdenden Entwicklung entgegen. Wir brauchen Theater heute mehr denn je, als den Ort, an dem wir unsere Empathie wiederentdecken und andere Perspektiven ausprobieren können. Theater tragen deshalb mit dazu bei, der Verbreitung von Hass und Hetze in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Öffentliche Kürzungsdebatten aber schwächen das Theater und schmälern seine Bedeutung.

Gefahr für das zweitkleinste Mehrsparten-Theater in Deutschland

Die geplanten Kürzungen von zusammen 900.000 € in den Jahren 2021 und 2022 sind für das Mainzer Staatstheater keine unerhebliche Summe und könnten zum Wegfall von bis zu 30 Stellen führen. Hinzu kommt, dass das Staatstheater Mainz – gemessen an der Etatgröße – ohnehin das zweitkleinste Mehrsparten-Staatstheater in den alten Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland ist.  Die mit der Pandemie und der vollständigen Schließung des Theaters verbundenen Einnahmeausfälle konnten Markus Müller und Erik Raskopf zwar durch Kurzarbeit, November- und Dezemberhilfen und durch massive Einsparungen insbesondere im Bereich der Personalkosten sowie durch den Verzicht auf Stellenbesetzungen kompensieren, sodass das Staatstheater zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Juli 2021 eigentlich wirtschaftlich stabil und gesund dasteht. Für die kommende Spielzeit sieht der Wirtschaftsplan des Staatstheaters deshalb auch eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von bis zu 2 Mio. € vor. Damit entlastet das Staatstheater Land und Stadt als Träger und sorgt so weiterhin für stabile, finanzielle Verhältnisse. Die Finanzlage des Staatstheaters würde durch die einseitig von der Stadt geplanten Kürzungen gefährdet, zumal nicht ausgeschlossen erscheint, dass diese Einsparpolitik auch über 2022 hinaus fortgesetzt wird.

Mangel an Verlässlichkeit der Stadt Mainz

Völlig inakzeptabel erscheint dem Aktionsbündnis, dass die Stadt Mainz bereits für das laufende Wirtschaftsjahr fest zugesagte und vereinbarte Zuschüsse einseitig kürzen will, und das auch noch ohne Absprache mit der Theaterleitung. Der Wirtschaftsplan für die Spielzeit 2021/22 mit den entsprechenden Zuschüssen wurde einstimmig von Land und Stadt verabschiedet.

Markus Müller

Dieser Mangel an Verlässlichkeit der Stadt steht in krassem Widerspruch zu den bemerkenswerten, kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen des Theaterintendanten Markus Müller und seines Teams. Das Staatstheater hat in den viereinhalb Spielzeiten vor Beginn der Pandemie nicht nur die Besucher- Abonnementszahlen, sondern auch seine eigenen Erlöse in einer Weise gesteigert, die beispiellos ist: Das Staatstheater erzielte vor der Pandemie die höchsten Verkaufserlöse seit Beginn der Aufzeichnungen! Die tatsächlichen Erlöse haben bis zur Pandemie in jeder Spielzeit das Einnahmesoll übertroffen. So konnten Rücklagen gebildet werden, die für die Sicherstellung der Liquidität auch dringend erforderlich waren. Die Rücklagen waren unter dem Vorgänger von Markus Müller so stark abgeschmolzen, dass zu Beginn seiner Intendanz mehrfach Liquiditätsengpässe entstanden waren.

Dieses Engagement und dieser wirtschaftliche Erfolg des Staatstheaters Mainz und aller seiner Beschäftigten haben es nicht verdient, dass die Stadt Mainz sie mit solch unabgestimmten Sparvorschlägen konfrontiert.

Neuordnung der Trägerschaft des Staatstheaters

Das Aktionsbündnis hat Verständnis dafür, dass die Stadt Mainz die finanziellen Lasten der Trägerschaft nicht mehr im bisherigen Umfang tragen kann und will. Es ist verständlich, dass die Stadt Mainz als eine der Trägerinnen des Theaters perspektivisch eine Erhöhung der Anteile des Landes anstrebt. Mittlerweile wird das Staatstheater zu 47% von der Stadt und zu 53% vom Land finanziell getragen. Der Änderungswunsch ist nachvollziehbar. Dies darf jedoch nicht durch einseitige Kürzungen von vereinbarten Leistungen geschehen, sondern nur durch eine grundsätzliche Neuordnung der Trägerschaft des Staatstheaters. Einer solchen Neuordnung stehen die Bündnispartner aufgeschlossen gegenüber.

Ziel des Aktionsbündnisses

Seit Gründung des Aktionsbündnisses im Januar 2011 verfolgt dieses das Ziel, für ein attraktives künstlerisches Angebot in Tanztheater, Musiktheater und Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater am Mainzer Staatstheater zu sorgen. Theater ist ein für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unverzichtbares Kultur- und Freizeitangebot für alle Einwohner dieser Stadt. Die kulturelle Vielfalt des Theaters ist ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen. Der damit verbundene Freizeitwert veranlasst zudem immer mehr Menschen ihren Wohnsitz in die Stadt zu verlegen, um so am kulturellen Leben in seiner gesamten Bandbreite und Vielfalt unmittelbar teilnehmen zu können.

Nicht zuletzt stellt das Theater ein wichtiges Freizeitangebot für Kinder, Jugendliche und Studierende in dieser Stadt bereit. Gerade diese pädagogisch, aber auch sozialpolitisch so wichtige Aufgabe des Theaters darf nicht dem Rotstift der Stadt Mainz zum Opfer fallen.

Die Allgemeine Zeitung und die FAZ Rhein-Main haben in ihren Ausgaben vom 31.07.2021 hierüber berichtet.

Franken, Hanns

Hanns Franken, geboren am 26.03.1923 in Bonn und gestorben am 21.01.2003 in Mainz, war Schauspieler und Regisseur.

Ausbildung

  • Otto-Falkenberg-Schule München

Engagements

  • Engagements in Ingolstadt, Münster, Solothurn, Linz, Salzburg
  • 1962 bis 1988 festes Mitglied des Mainzer Ensembles; Erfolge u.a. als Henry Higgins in My Fair Lady, Faust, Nathan der Weise, König Lear; 1988 Abschied aus dem Ensemble mit der Rolle des Professor Bernhardi im Stück von Arthur Schnitzler

Sonstiges

  • 1976 im Ostchor des Mainzer Dom Inszenierung das Große Salzburger Welttheater von Hugo von Hofmannsthal zum 1000jährigen Jubiläum des Doms

 

 

Wagner, Axel

© 2020 Axel Wagner

Axel Wagner ist Sänger im Stimmfach Bass.

Ausbildung

  • Studium der Anglistik und der Romanistik
  • Tätigkeiten in der Touristikbranche
  • ab 1974 Student in der Opernklasse des Peter Cornelius Konservatorium in Mainz, mit Gesangsausbildung bei Prof. Karl Liebl in Wiesbaden
  • ab 1975 erste Konzerte, Studio- und Opernaufführungen der Opernklasse
  • 1976 Teilnahme am VDMK Wettbewerb mit Finale in Berlin
  • 1977 Bühnenreifeprüfung  in Frankfurt/Main.

Engagements

  • 1978-1981 Landestheater Coburg
  • 1981-1984  Städtische Bühnen Augsburg
  • 1985-1987 Staatstheater Mainz
  • 1987-1988  Oper Bonn
  • 1988-1990 Theater Heidelberg
  • 1991-1994 Theater Bern (Schweiz), Pfalztheater Kaiserslautern, Staatstheater Braunschweig, Schlossfestspiele Zwingenberg, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Grand Théâtre de Limoges
  • 1994-1998 Pfalztheater Kaiserslautern, Heidenheim, Staatstheater Saarbrücken, Stadttheater Bern (Schweiz), Staatstheater Karlsruhe, Staatsoper Hannover
  • 1998-2001 Niedersächsische Staatsoper Hannover
  • 2001-2014 Hessisches Staatstheater Wiesbaden
  • ab Aug 2014 freischaffende Tätigkeit

Homepage von Axel Wagner

Theaterrestaurant „Zum grünen Kakadu“

Bei einem Pressetermin stellten am 8.10.2020 Oberbürgermeister Michael Ebling, Intendant Markus Müller, Harald Faerber von Faerber Architekten sowie für die Eigentümer Christian Schupp von J. Molitor Immobilien GmbH die zukünftige Gestaltung der Räume vor.

Das neue Restaurant des Staatstheater Mainz am Gutenbergplatz wird Zum grünen Kakadu heißen, nach der Theatergroteske von Arthur Schnitzler aus dem Jahre 1898. Neben dem Kakadu als neues fiktives Wappentier des Restaurants hat auch der Geist der 1920er Jahre stilistisch Einfluss auf die Gestaltung der Räume genommen, in denen Theater und Gastronomie miteinanderverbunden werden.

„Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir, vielleicht mehr denn je, dringend Orte des Austauschs brauchen. Wo wir unserem prosaischen Alltag Fantasie, lebhaftes Gespräch, Auseinandersetzung und Begegnung entgegensetzen können. Einen solchen Ort wollen wir schaffen — und ich bin allen Partnern, die uns so engagiert dabei unterstützen, sehr dankbar“, betont Intendant Markus Müller. Und Architekt Fabian Faerber unterstreicht: „Die Erarbeitung desarchitektonischen Konzepts für Zum grünen Kakadu war für uns eine ausgesprochene bereichernde und inspirierende Aufgabe, bei der der intensive und kreative Austausch zwischen Theater und Architekten eine große Rolle gespielt hat. Das Schaffen eines Zusammenspiels zwischen mutigen und ungewöhnlichen Akzenten, warmen und behaglichen Materialien und Farben sowie auch klaren Formen, die dennoch immer wieder Merkmale aus Flora und Fauna übernehmen, ohne dabei modisch zu werden, war eine Herausforderung, die uns große Freude bereitet hat. Das Wechselspielzwischen Theater und Gastronomie und der geforderten Möglichkeit, vielfältige Veranstaltungen umsetzen zu können, hat ein besonderes Konzeptentstehen lassen, das in dieser Form in Mainz völlig neu ist.“

Im Erdgeschoss des Grünen Kakadu findet sich das Restaurant, ein abgeteilter Raum ebenso wie geschützte Bereiche bieten Platz für kleinere Gruppen, im vorderen Bereich stehen, vorerst noch unter Coronabedingungen platziert, Einzeltische, bequeme Stühle und an den Wänden gepolsterte Bänke. Viel Holz, Pflanzen und warme Farben schaffen eine behagliche Atmosphäre. In der Kakadu Bar im ersten Stock wird ein völlig neuer Theater- und Diskursort für Mainz entstehen. Lesungen, Gesprächsformate, Chansonsabende, literarische und musikalische Salons werden unter anderem auf dem Programm stehen, das Ende Oktober vorgestellt wird. Mit Blick auf das Theater kann hier vertiefend gedacht, gesponnen, sich ausgetauscht werden – anders als in den Zuschauerräumen gegenüber ist es in der Barmöglich, auch während der Veranstaltung ein Glas Wein zu trinken und im Anschluss direkt mit den beteiligten Künstler*innen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dieser Raum ist innenarchitektonisch bewusst pur gehalten, mit einer Bar am einen Ende und einer mobilen Bühne, die sowohl in der Mitte als auch am anderen Ende platziert werden kann, liegt die Konzentration ganz auf der Kunst und dem Gespräch. Die Gäste sitzen — je nach Art der Veranstaltung—an Bistrotischen oder in Reihen sowie in den Fensternischen, die auf der gegenüberliegenden Wandgespiegelt werden. An den Tagen, an denen keine Veranstaltungen stattfinden, kann der Raum für Feiern und andere Anlässe gebucht werden.

[Pressemitteilung des Staatstheaters Mainz vom 8.10.2020]

Mainzer Theaterfreunde sammeln 14.000 € für Theaterschaffende in Not

Unter den Folgen dieser Corona-Pandemie haben die Theaterschaffenden wegen des Verbots fast aller kulturellen Veranstaltungen besonders zu leiden. Dies gilt auch für die Künstler*innen und sonstigen Mitarbeiter*innen des Staatstheaters Mainz und des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz. Die fest engagierten bzw. angestellten Mitarbeiter*innen haben zwar noch ihr festes Gehalt, doch fallen auch bei diesen jegliche Zuverdienstmöglichkeiten weg, was bei Familien zu großen finanziellen Problemen führen kann. Größte Not leiden dagegen alle freischaffenden Künstler*innen, deren Produktionen nicht aufgeführt werden können und die deshalb kein Honorar erhalten.

Um diesen Theaterschaffenden und Musikern in der gegenwärtigen Notlage zu helfen, haben die Theaterfreunde Mainz die nicht für Theaterbesuche ausgegebene oder für bereits gekaufte Karten bzw. Abonnements zurückerstattete Beträge für diesen Zweck gespendet. Dabei ist seit April 2020 bis heute eine Summe von 14.000 € zusammengekommen, mit dem das Kapital eines von den Theaterfreunden bereits seit mehr als 10 Jahren verwalteten Sozialfonds, der in Erinnerung an den langjährigen Vorsitzenden „Zimmerschied-Fonds“ genannt wird, aufgestockt werden konnte. Dieser Sozialfonds leistet diskrete, schnelle und unbürokratische Hilfe, wenn Mitarbeiter*innen des Staatstheaters Mainz bzw. des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz oder deren Angehörige in wirtschaftliche Not geraten, insbesondere in Todes- und Krankheitsfällen, bei der Erziehung oder Ausbildung minderjähriger Kinder, bei der Sicherung einer angemessenen Unterkunft oder bei der Anschaffung von zur Berufsausübung notwendigen Sachen.

Der Vorsitzende der Theaterfreunde Mainz, Dr. Wolfgang Litzenburger, bedankt sich bei allen, die durch ihre Spendenbereitschaft die Solidarität zwischen den Theaterschaffenden und dem Theater- bzw. Konzertpublikum unter Beweis gestellt haben.

Operndirektor Stefan Vogel wechselt nach Luzern

Nach fast sechsjähriger Tätigkeit am Staatstheater Mainz verlässt Stefan Vogel Mainz und wechselt an das Theater in Luzern. Als Operndirektor zeichnet er mitverantwortlich für viele künstlerische Höhepunkte. Über 60 Musiktheaterproduktionen, darunter ambitionierte und zum Teil gewagte Projekte wurden unter seiner Leitung auf die Bühne gebracht. Dazu gehörten auch Lydia Steiers Inszenierung von Pascal Dusapins PERELÀ, die für den deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert wurde, IF THIS THAN THAT AND NOW WHAT (UA) von Simon Steen-Andersen, die bei der Münchener Biennale für Furore sorgte, und die Uraufführung TAMÁSS, die abendländische (notierte) Musik mit der orientalischen (improvisierten) in einer einzigartigen Symbiose zusammengebracht hat.

Mit Ina Karr wird er im Frühjahr 2021 in die Schweiz ziehen und mit Beginn der Spielzeit 2021/22 am Luzerner Theater die Aufgabe als Betriebsdirektor/COO übernehmen. Mit dem geplanten Neubau des Luzerner Theaters wartet dort neben dem regulären Spielbetrieb eine ganz besondere Herausforderung auf ihn.

Nachfolger ist Gabriele Donà

Gabriele Donà

Nachfolger von Stefan Vogel als Leiter des Opernbetriebs und Castingdirektor wird Gabriele Donà. Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums studierte Gabriele Donà Violine am Konservatorium seiner Geburtsstadt Padua sowie Musikwissenschaft an der dortigen Universität. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien schloss er die Studien Orchester- sowie Chordirigieren ab. Als Geiger war er im Quartetto d’Archi di Padova, Orchestra del Teatro Lirico G. Verdi Trieste, I Filarmonici di Padova sowie dem Pro Arte Orchester Wien tätig und nahm an den Kursen der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg in der Klasse von Yair Kless teil. Verschiedene Engagements führten ihn unter anderem als Chordirektor an das Landestheater Niederbayern sowie als Chordirektor und Kapellmeister nach Bautzen. Darüber hinaus leitete Gabriele Donà das Pro Arte Orchester Wien, das Wiener Kammerorchester, das Orchestra del Teatro Olimpico Vicenza, die Neue Lausitzer Philharmonie Görlitz, das Orchester des F.X. Šalda-Theaters Liberec, die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Magdeburg sowie den Coro di Praga Prag. Zahlreiche Auftritte führten ihn etwa in die Dresdner Frauenkirche und ins Berliner Konzerthaus.

2004 entdeckte und katalogisierte er den Bestand der Musikhandschriften der Jüdischen Gemeinde von Padua (Zeitspanne: 1834-1942, 315 Chorpartituren sowie dazugehörige Einzelstimmen). Es folgten die Veröffentlichung seiner Arbeit und die Auszeichnung durch die Accademia Galileiana Padova. Sein Interesse für die Verknüpfung von Musik und Identität bewegte ihn dazu, eine Auswahl aus Liedern in nieder- und obersorbischer Sprache mit dem Chor Klangwerkstatt Dresden einzustudieren und aufzunehmen (Lieder aus dem Lohsaer Liederbuch, 2017 rbb, Berlin).

2017 wurde Gabriele Donà als Maestro Collaboratore am Teatro dell’Opera in Rom aufgenommen. In derselben Funktion assistierte er bei der Produktion Tristan und Isolde im Teatro Comunale von Modena sowie im Teatro Comunale von Ferrara (eine Koproduktion mit dem Staatstheater Nürnberg).

Seit Februar 2018 arbeitet Gabriele Donà in der künstlerischen Betriebsdirektion am Staatstheater Mainz, seit der Spielzeit 2019/20 ist er Chefdisponent.

Eva Kotthaus ist tot

Die Schauspielerin Eva Kotthaus ist am 22. April 2020 im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Eva Kotthaus wurde am 19. Mai 1932 in Düsseldorf geboren. Sie absolvierte von 1951 bis 1953 an der Otto Falckenberg Schule in München eine Ausbildung zur Schauspielerin. Ihre Karriere startete Eva Kotthaus am Landestheater in Tübingen, wechselte ans Maxim-Gorki-Theater nach Berlin und schließlich 1957 ans Deutsche Theater Berlin. Danach kehrte sie zurück nach Westdeutschland, nämlich an das Residenz Theater München, das Schauspielhaus Düsseldorf und an die Städtischen Bühnen Frankfurt.

Seit 1965 arbeitete Kotthaus als freie Schauspielerin unter anderem 1974 bis 1978 in Mainz, Krefeld, Augsburg, Heidelberg und bei den Bad Hersfelder Festspielen. Sie spielt Rollen wie die Johanna in Berthold Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, die Elisabeth in Schillers „Maria Stuart“, Grusche in Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“, die  Frau John in Hauptmanns ”Die Ratten“, die Gertrud in Shakespesares „Hamlet“, die Mutter Courage, die Mutter Wolfen in Hauptmanns „Der Biberpelz“ und Claire Zachanassian in Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“.

Während der Dreharbeiten Zu „Kein Hüsung“, einer Literaturverfilmung von Arthur Pohl, lernt sie 1954 ihren zukünftigen Ehemann, den Schauspieler, Regisseur und Schauspieldirektor Rudolf Krieg kennen.

Sie erhielt 1956 das Filmband in Silber als beste Nachwuchsschauspielerin für ihre Rolle als Anna Kaminski in Helmut Käutners „Himmel ohne Sterne“. 1959 spielte sie neben Audrey Hepburn in „The Nun’s Story“, inszeniert von Fred Zinnemann.

Ihre ersten Fernsehauftritte im Westen hatte sie in „Das heiße Herz“ mit Hanns Lothar und Benno Sterzenbach, sowie in Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ mit Paul Edwin Roth und Malte Jaeger. Daneben trat sie in Fernsehproduktionen wie „Die Buchholzens“, „Derrick“, „Ein Fall für Zwei““ und „Die Schwarzwaldklinik“ auf.

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