Produzieren die Theater am Publikum vorbei?

Der scheidende Darmstädter Intendant John Dew hat am 11.1.2014 in einem Interview der Allgemeine Zeitung deutschen Theatermachern vorgeworfen, sie würden „unverdrossen an den Bedürfnissen der Menschen vorbeiproduzieren“. Er ist damit auf den Widerspruch der derzeitigen und designierten Theaterintendanten im Rhein-Main-Gebiet gestoßen.  In der Ausgabe der Allgemeine Zeitung vom 18.1.2014 antworten diese Intendanten unisono mit Unverständnis auf den Vorwurf der Arroganz gegenüber den Theaterbesuchern. Auch der designierte Mainzer Intendant Markus Müller widerspricht seinem Darmstädter Kollegen: Theater dürfe in seinem Bemühen, sich mit der Art und Weise, in der wir zusammenleben wollen, auseinanderzusetzen, zuweilen schwierig, sperrig und kompliziert sein. Auch das Leben sei schließlich kompliziert. Populär werde das Theater dadurch, dass die Theatermacher offen und gesprächsbereit genug seien, um damit möglichst viele Menschen zu erreichen und zu begeistern. wl, 18.01.2014