Theaterkritik zu MISS SARA SAMPSON

Miss Sara Sampson

D. Friedl, K. Alf, H. Momann – Foto: Bettina Müller

Nach rekordverdächtigen 75 Minuten endete am 22.11.2014 im Kleinen Haus die Premiere von Lessings MISS SARA SAMPSON in der Inszenierung von Markolf Naujocks. Mit freundlichem Applaus bedankte sich das Publikum bei den Akteuren für eine interessant interpretierte Inszenierung des in der ursprünglichen Fassung gut 3 Stunden dauernden Theaterstücks, die ob dem buckeligen Untergrund auf der Bühne (Szenenfoto)  nicht nur in sprachlicher Hinsicht als „halsbrecherisch“ bezeichnet werden kann.

Den Theaterkritikern hat die „hochmoderne Anmutung“ (Jens Frederiksen, Allgemeine Zeitung vom 24.11.2014) ebenfalls gefallen, auch wenn Grete Götze (Frankfurter Rundschau vom 25.11.2014) bemängelt, dass die „harte Textkürzung … die Schauspieler der Möglichkeit, ihre Konflikte behutsam zu entwickeln, [beraubt habe]“. Andreas Pecht (Rhein-Zeitung vom 25.11.2014) kritisiert darüber hinaus die „beinahe statuarische Spielweise des fünfköpfigen Ensembles“ und dessen „schulmäßige Posen“. Anregend bzw. interessant fanden die Inszenierung jedoch sämtliche Kritiker. Grete Götze wertet die Inszenierung als Beweis dafür, dass „man alte Stoffe aus heutiger Perspektive betrachten kann und nicht verjugendlichen muss. Eineinhalb Stunden vergehen im Flug, man hätte auch länger mitfliegen können.“ Mitglieder der Theaterfreunde können dazu „Theater in der Kritik“ lesen.
Dr. Wolfgang Litzenburger