Theater-Vision: Tritonplatz wird begrünt

Foto: Andreas Etter

Foto: Andreas Etter

Wer dieser Tage zum Kleinen Haus des Staatstheaters geht, kann sie schon sehen: Baumstämme aus Mainzer Wäldern laden zum Verweilen ein. Denn der Tritonplatz wird in den nächsten Wochen begrünt und in einen lebendigen Treffpunkt verwandelt – zum Gärtnern, für den Meinungsaustausch, als Ideenumschlagplatz.

Das Theater und die Stadt Mainz

Die theatrale Auseinandersetzung mit der Stadt und der Region ist profilbildend für die Programmatik des Staatstheater Mainz. Bereits in der ersten Spielzeit der Intendanz von Markus Müller wurde mit In Arbeit: Neustadt der Theaterraum auf die Stadt ausgeweitet, die Stadt selbst wurde ‚bespielt‘ und zum Thema. In Zukunft: Mainz heißt es ab dem 23. April 2016, wenn bis Mitte Juli 2016 in Kooperation mit der Johannes-Gutenberg- Universität und der Hochschule Mainz Gestaltung im gesamten Stadtraum, im Theater und auf dem Campus spielend, diskutierend, radelnd und feiernd eine Spurensuche nach dem Zukünftigen in der Gegenwart beginnt.

Vier Schwerpunkte

Vier Themenschwerpunkte bieten dabei inhaltliche Orientierung: Wert, Ressourcen, Technik und Zusammenleben. In einer Pressekonferenz stellten Malin Nagel und Annika Wehrle das umfangreiche Programm heute vor.  Auf große Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Da hilft es, konkret zu werden und die vielseitigen Konzepte von Menschen in Mainz zu betrachten, die jetzt schon die Zukunft dieser Stadt gestalten. Die Warte dafür ist das Theater – als ein öffentlicher Freiraum und Sensor für Visionen, als ein Ort, an dem die Stadtgesellschaft eine gemeinsame Identität ausbilden kann, nicht allein mit Theaterstücken, sondern auch mit Festen, Ritualen und Diskussionen.

Programm

Das Projekt In Zukunft: Mainz macht die Stadt zur Bühne für Ideen, Utopien und Widersprüche. An vier Wochenenden, den MAINZMAPS I-IV, sollen Kartographien des Utopischen entstehen. In wiederkehrenden Formaten stehen die Zukunft von Wert, Ressourcen, Technik und Zusammenleben im Fokus: Vormittags arbeiten Künstler*innen mit Bürger*innen in Workshops, den MAINZLABS, an praktischen Fragestellungen zwischen Kunst und Gesellschaft. Danach steigt Mainz aufs Rad:

Die FUTOUR 2116, eine thematische Fahrradtour, bietet an fünf Stationen die Möglichkeit, Menschen mit Ideen und Geschichten des Gelingens in Mainz kennenzulernen.

Bei OPEN YOUR MAINZ, dem Vortrag, geben Wissenschaftler*innen Auskunft über den Stand der Dinge und ihren Blick auf das Kommende. Am Abend heißt es: Bühne frei für die PERFOR’MZ – spielerische Zukunftsentwürfe von internationalen und lokalen Künstler*innen und Kollektiven.

Zum Abschluss und Höhepunkt der Reise durch kommende Zeiten und Fiktionen der Gegenwart findet auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität ein fiktiver Kongress statt. Bei einem Audiowalk und einem vielseitigen Rahmenprogramm bewegen sich die Teilnehmenden durch Kommendes, Gegenwärtiges und Erdachtes. Wir alle sind nun eingeladen, als Zukunftskomplizen mitzumachen und uns in den künstlerischen, wissenschaftlichen, lokalen und internationalen Meinungsaustausch einzuklinken oder ihm zuzuhören. Denn uns alle geht es an.

Programmheft

In Zukunft: Mainz beginnt jetzt! Das Programmheft liegt an vielen Orten in der Stadt, im Staatstheater und der Universität aus, außerdem findet man es unter www.staatstheater-mainz.com.

[Pressemitteilung des Staatstheaters Mainz vom 13.4.2016]