Mainzer Theater-Spielplan 2014/2015 vorgestellt

Spielplanvorstellung 4.4.2014

Intendant Markus Müller

Der neue Intendant am Staatstheater Mainz, Markus Müller, erläuterte den Theaterfreunden Mainz kurz nach der öffentlichen Pressekonferenz am 4.4.2014 den Spielplan für die Spielzeit 2014/2015. Begleitet und unterstützt wurde er von seinem Leitungsteam: der Musik-Chefdramaturgin Ina Karr, dem Schauspielchef Jörg Vorhabden und dem Tanzdirektor Honne Dohrmann. Gemeinsam erklärten sie den zahlreichen Theaterfreunden ihr Konzept für ihre erste Spielzeit am Drei-Sparten-Theater in Mainz. Dabei unterstrichen sie die Absicht, das Theater zu öffnen, und zwar nicht nur für neue Besucherkreise, sondern auch für zeitgemäße Theaterformen. Zuvor hatte Markus Müller in einer Pressekonferenz erklärt: „Formal wie inhaltlich ist das Spielfeld des Theaters groß, und es gibt gute Gründe, es in dieser Größe auch abzumessen.“ Die thematische Klammer aber bilde die Frage nach Freiheit und Autonomie. Das Theater ergreife dabei immer bedingungslos Partei für den einzelnen Menschen. Auf der Bühne würden konkrete Geschichten erzählt, nicht abstrakte Geschichte. Dass sie konsequent vom Individuum ausgingen, mache ihre Kraft aus, so Markus Müller.

Beginn der neuen Spielzeit mit einer Opern-Gala

Intendant Markus Müller, die Ensemblemitglieder, der Opernchor und das Philharmonische Staatsorchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Hermann Bäumer laden zur Spielzeit-Eröffnung am 13.9.2014 zu einer Opern-Gala ein. Auf dem Programm stehen Werke vom englischen Barock bis zur Moderne, Musik aus über dreihundert Jahren. Mit Arien, Ensembles und Chören von Henry Purcell, Giuseppe Verdi, Richard Wagner, Giacomo Puccini und vielen anderen will das Theater so die Neugier auf die Spielzeit 2014/2015 wecken. Dabei werden sich auch die neuen Solistinnen und Solisten des Opernensembles den Besuchern vorstellen. Intendant Markus Müller führt persönlich durch das Programm. Die musikalische Leitung teilen sich Hermann Bäumer, Paul-Johannes Kirschner und Stephan Zilias.

Das Programm im Musiktheater

Am 2.10.2014 hebt sich der Vorhang in der Spielzeit 2014/2015 erstmals für die Oper THE FAIRY QUEEN von Henry Purcell, ein Werk, das die Möglichkeiten eines Drei-Sparten-Theaters fordert und ausschöpft. Der norwegische Choreograf und Regisseur Jo Strømgren, bekannt für seine ausdrucksstarken und konsequenten Arbeiten, zeichnet für Regie und Choreografie gleichermaßen verantwortlich, während die musikalische Leitung Andreas Spering, ein führender Spezialist für alte Musik, hat. Es folgen aus dem Bereich der bekannteren Opernliteratur DER BARBIER VON SEVILLA von Gioachino Rossini am 26.10.2014, TOSCA von Giacomo Puccini am 1.3.2015, DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG von Richard Wagner am 26.4.2015 und MÉDÉE von Luigi Cherubini am 13.6.2015.

Mit QUERBEAT, einem Abend mit Sängern, Schauspielern und dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz will der neue Intendant mit seinem Team die herkömmliche Grenze zwischen E(rnste)- und U(nterhaltungs)-Musik sprengen. Diese crossover-Produktion hat am 21.11.2014 im Großen Haus Premiere. Neben bekannten Arien aus dem Opernrepertoire wird vor allem sinfonische Pop- und Rockmusik zu hören sein. Das Programmheft verspricht Überraschungen und „einen Abend ohne Grenzen!“ Die künstlerische Leitung liegt bei Axel Goldbeck, die musikalische Leitung bei Sebastian Hernandez-Laverny.

Mit SIMPLICIUS SIMPLICISSIMUS von Karl Amadeus Hartmann (Premiere am 18.10.2014) und PERELÀ von Pascal Dusapin (Deutsche Erstaufführung am 16.1.2015) stehen zwei moderne Opern auf dem Programm. In diese Kategorie gehören auch GOLD von Leonard Evers (Premiere am 13.12.2014) und HAMED UND SHERIFA Uraufführung 28. Mai 2015, zwei Werke die vom gesamten Ensemble für justmainz, der Kinder- und Jugendtheatersparte am Staatstheater Mainz aufgeführt werden.

Ein Projekt besonderer Art ist die 3-teilige Produktion „Hörtheater“. Diese Reihe erkundet Raumklänge und Klangräume an verschiedenen Orten im Theater. In Klanginstallationen, szenischen Konzerten und Musiktheater wird das Publikum zu überraschenden Auseinandersetzungen eingeladen, mal sitzend, mal stehend, mal mitten im musikalischen Geschehen sich bewegend. In den drei Stationen „Sternenhimmel“, „Aus der Tiefe“ und „Sounds for a while“ verbinden Regisseur Anselm Dalferth und Instrumentalisten des Philharmonischen Staatsorchesters, Solisten des Ensembles und Gäste unterschiedliche Werke zu einer visuellen Klangentdeckungsreise. Anselm Dalferth inszeniert, während die Dramaturgie in den Händen der neuen Operndirektorin Ina Karr liegt.

Die einzige Wiederaufnahme im Bereich des Musiktheaters steht am 14.9.2014 auf dem Programm, nämlich LA TRAVIATA von Giuseppe Verdi.

Premieren im Musiktheater
      • THE FAIRY QUEEN von Henry Purcell (1692), Musikalische Leitung: Andreas Spering, Inszenierung und Choreografie: Jo Strømgren (Premiere 2. Oktober 2014)
      • SIMPLICIUS SIMPLICISSIMUS von Karl Amadeus Hartmann (1934 / 35), Musikalische Leitung: Hermann BäumerInszenierung: Elisabeth Stöppler (Premiere 18. Oktober 2014)
      • DER BARBIER VON SEVILLA von Gioachino Rossini (1816), Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner, Inszenierung: Ronny Jakubaschk (Premiere 26. Oktober 2014)
      • QUERBEAT, Ein Abend mit Sängern, Schauspielern und dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz, Künstlerische Leitung: Axel GoldbeckMusikalische Leitung: Sebastian Hernandez-Laverny (Premiere 21. November 2014)
      • GOLD von Leonard Evers (2012), nach dem Grimmschen Märchen Der Fischer und seine Frau, Musikalische Leitung: Paul-Johannes Kirschner, Inszenierung: Sara Ostertag (Premiere 13. Dezember 2014)
      • PERELÀ von Pascal Dusapin (2003), Deutsche Erstaufführung, Musikalische Leitung: Hermann BäumerInszenierung: Lydia Steier (16. Januar 2015)
      • TOSCA von Giacomo Puccini (1900), Inszenierung: Julia Hölscher, (Premiere 1. März 2015)
      • HAMED UND SHERIFA (Ab 8 Jahren), Inszenierung: Anselm Dalferth (Uraufführung 28. Mai 2015)
      • MÉDÉE von Luigi Cherubini (1797), Musikalische Leitung: Andreas Spering, Inszenierung: Elisabeth Stöppler (Premiere 13. Juni 2015)

Das Programm im Schauspiel

Die Öffnung des Mainzer Theaters steht nicht nur ganz oben auf der Agenda von Markus Müller, sondern auch am Anfang der Spielzeit in der Form von zwei außergewöhnlichen Projekten. THE COMPLETE MANUAL OF EVACUATION, Untertitel Ein Orientierungsplan für die Rhein-Main-Region findet in der Zeit vom 12.9. bis 5.10.2014 statt. Über 30 S-Bahn-Stationen werden dabei zu Start- und Ausgangspunkten für Kunstaktionen, Inszenierungen, geheimen Versammlungen, Ortserkundungen und Spurensuchen. Die künstlerische Leitung obliegt dem Japaner Akira Takayama. Das Projekt NEUSTADT ist ein performativer Stadtspaziergang durch die Mainzer Neustadt, der zwischen dem 25.9. und dem 2.10.2014 stattfinden soll. Die Spielleitung hat Sara Ostertag.

Die regionale Verortung des Staatstheaters Mainz in der Region kommt darin zum Ausdruck, dass die erste Schauspielpremiere ein Stück des Nackenheimers und Ehrenbürgers von Mainz Carl Zuckmayer ist. Die Premiere von SCHINDERHANNES findet am 3.10.2014 statt. Inszeniert wird das Stück von dem in Mainz bereits bekannten Regisseur Jan-Christoph Gockel.

LENZ nach Büchner (30.10.2014), MISS SARA SAMPSON von Lessing (22.11.2014), ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN von Joseph Kesselring (6.12.2014)  und DIE RATTEN von Hauptmann (27.2.2015) gehören zu den hinlänglich bekannten Stücken. Bei mit dem Pulitzer Preis 2012 ausgezeichneten WATER BY THE SPOONFUL von Quiara Alegria Hudes, GAUNERSTÜCK von Dea Loher (2014), VERBRENNUNGEN von Wajdi Mouawad (2003), KOPFLOHN von Dirk Laucke, ach dem Roman von Anna Seghers (1933) und SLEEPLESS von Hannah Barker und Liam Jarvis (2015) handelt es sich dagegen um zeitgenössische Theaterstücke. Ergänzt wird dieses Schauspielprogramm um eine Reihe von Produktionen für Kinder- und Jugendliche (justmainz).

Auf dem Programm steht ferner das Musical DIE SIRENEN DES TITAN von Brigitte Helbling (Text) und Markus Schönholzer (Musik), nach dem Roman von Kurt Vonnegut (1959). Die Uraufführung findet am 29.1.2015 statt.

Wiederaufgenommen wird GRIMM. EIN DEUTSCHES MÄRCHEN, Theaterprojekt nach den Brüdern Grimm, Inszenierung: Jan-Christoph Gockel und David Schliesing, am 11.1.2015.

Premieren im Schauspiel
  • SCHINDERHANNES, nach dem Volksstück von Carl Zuckmayer (1927), Inszenierung: Jan-Christoph Gockel, (Premiere 3. Oktober 2014)
  • WATER BY THE SPOONFUL von Quiara Alegria Hudes (2011), Inszenierung: K.D.Schmidt, (Premiere 4. Oktober 2014)
  • SUPERHERO, nach dem Roman von Anthony McCarten (2007), ab 12 Jahre, Inszenierung: Markolf Naujoks, (Premiere 10. Oktober 2014)
  • DER DICKSTE PINGUIN VOM POL von Ulrich Hub (1996), ab 4 Jahre, Inszenierung: Ronny Jakubaschk, (Premiere 15. Oktober 2014)
  • Lilli/HEINER Intra Muros von Lucie Depauw (2014), Inszenierung: Brit Bartkowiak (Uraufführung 24. Oktober 2014)
  • LENZ nach der Erzählung von Georg Büchner (1839), Inszenierung: K.D. Schmidt, (Premiere 30. Oktober 2014)
  • DIE SCHNEEKÖNIGIN, nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen (1844), ab 6 Jahre, Inszenierung: Christina Rast, (Premiere 14. November 2014)
  • MISS SARA SAMPSON von Gotthold Ephraim Lessing (1755), Inszenierung: Markolf Naujoks, (Premiere 22. November 2014)
  • ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN von Joseph Kesselring (1941), Inszenierung: Ronny Jakubaschk, (Premiere 6. Dezember 2014)
  • DER SCHWARZE KOMET von Mass & Fieber OST, Inszenierung: Niklaus Helbling, (Premiere 18. Dezember 2014)
  • ALS MEIN VATER EIN BUSCH WURDE und ich meinen Namen verlor, nach dem Kinderbuch von Joke van Leeuwen (2010), Ab 10 Jahre, (Deutschsprachige Erstaufführung, 24. Januar 2015)
  • DIE SIRENEN DES TITAN, Musical von Brigitte Helbling (Text) und Markus Schönholzer (Musik), nach dem Roman von Kurt Vonnegut (1959), (Uraufführung 29. Januar 2015)
  • DIE RATTEN, Berliner Tragikomödie von Gerhart Hauptmann (1911), Inszenierung: Jan-Christoph Gockel, (Premiere 27. Februar 2015)
  • GAUNERSTÜCK von Dea Loher (2014), Inszenierung: Marc Becker, 28. März 2015
  • SPINNERLING von Simon van der Geest (2009), ab 8 Jahren, Deutschsprachige Erstaufführung, Inszenierung: Sara Ostertag, (Premiere 17. April 2015)
  • VERBRENNUNGEN von Wajdi Mouawad (2003) Inszenierung: Klaus Schumacher, (Premiere 18. April 2015)
  • DEPORTATION CAST von Björn Bicker (2011), ab 14 Jahren, Inszenierung: Brit Bartkowiak, (Premiere 19. April 2015)
  • KOPFLOHN von Dirk Laucke, nach dem Roman von Anna Seghers (1933), Inszenierung: K.D. Schmidt, Uraufführung Mitte Juni 2015
  • SLEEPLESS von Hannah Barker und Liam Jarvis (2015), Inszenierung: Hannah Barker und Liam Jarvis, (Premiere 2. Juli 2015)
  • ANTONIUS UND CLEOPATRA von William Shakespeare (1607), Inszenierung: Claudia Bauer, (Premiere 20. Juni 2015)

Tanztheater

Vom 13.3. bis 21.3.2015 findet im ganzen Theatergebäude sowie auf externen Spielorten in der gesamten Stadt das TANZMAINZ FESTIVAL statt, das erste Tanzfestival dieser Art in Mainz. Choreografen von Weltrang und Ensembles mit erstklassigen Tänzerinnen und Tänzern zeigen wie und weshalb andernorts getanzt wird – nicht nur für Tanzkenner, sondern auch für junges Publikum und Neueinsteiger jeden Alters. Das Festival wird vom neuen Tanzdirektor Honne Dohrmann geleitet.

Unter dem Label tanzmainz wird Tanzdirektor Honne Dohrmann ein kuratorisches Modell mit international renommierten Gastchoreografen in Mainz etablieren. Ihm zur Seite steht Hauschoreograf Guy Weizman. Gemeinsam mit seiner Partnerin Roni Haver wird Weizmanit seinem Club Guy & Roni MY PRIVATE ODYSSE choreografieren. Die für den Deutschen Theaterpreis FAUST 2013 nominierte Produktion PLAFONA werden sie kräftig überarbeitet auf die Tanzbühne bringen. Giuseppe Spota entwickelt mit MUCH/less ein Tanzstück über die ‚Digital Natives‘, also die mit dem Internet groß Gewordenen, das auch für ein jüngeres Publikum spannend sein wird. Die letzte Premiere der Saison ist ein aufwändiger Doppelabend unter dem Titel MONTREÁL. Mit Daniéle Desnoyers und José Navas bringen zwei herausragende kanadische Choreografen das Charisma der Künstlermetropole nach Mainz.

tanzmainz
  • MY PRIVATE ODYSSEY, Von Guy Weizman und Roni Haver, Uraufführung 15. Oktober 2014
  • PLAFONA NOW, Von Sharon Eyal und Gai Behar, Premiere 20. Dezember 2014
  • MUCH / LESS, Von Giuseppe Spota, ab 14 Jahren, Uraufführung 25. Februar 2015
  • MONTREAL Uraufführung 16. Mai 2015