Am 18. Juni beginnt um 19 Uhr „die Opernnacht am Dom“

Den Auftakt macht in diesem Jahr die Ouvertüre zu Verdis Macht des Schicksals: Auftrumpfend und bewegend lässt Verdi die großen Konflikte musikalisch lebendig werden und welche bessere Kulisse als den prächtigen Mainzer Dom könnte es für diese Musik geben? Der Kirchenbau ist steinernes Zeugnis der wechselhaften Geschichte und eben der Macht des (so grausam zufälligen) Schicksals. Das oft widerstrebende Wechselspiel von privatem Glück und Staatsraison, das Verdi hier thematisiert, spiegelt sich somit in Musik und Kulisse. Zwei Arien aus der Oper Don Carlo desselben Komponisten sollen Lust machen auf eine Neuinszenierung am Staatstheater Mainz im Frühjahr 2018: Auch hier passt die Kulisse, steht doch die unheilvolle Verquickung von Kirche und Staat im Mittelpunkt der Handlung. Daneben wird aber auch die französische Oper mit Arien aus Gounods Roméo et Juliette und Saint-Saens’ Samson et Dalila nicht zu kurz kommen. Im zweiten Teil stehen Rossini, Lehár, Offenbach und Mozart auf dem Programm – und lassen mit Esprit und Humor den Abend ausklingen.

Beliebte Ensemblemitglieder des Staatstheaters präsentieren sich an diesem Abend von ganz unterschiedlichen Seiten, wenn Vida Mikneviciute zum Beispiel zunächst das unglückliche Liebesschicksal der Elisabetta di Valois – die als Königin zur Schwiegermutter ihres früheren Geliebten Don Carlo geworden ist – beklagt und dann im Vilja-Lied der Hanna Glawari als lustige Witwe wiederkehrt. Oder Derrick Ballard, der machtvoll Verdis Atilla auferstehen lässt, nur um danach im Duett mit Mezzosopranistin Geneviéve King in die Rolle des etwas trotteligen Verehrers und späteren „Schein-Onkels“ Taddeo in Rossinis Italienerin in Algier zu schlüpfen. Brett Carter wird den Freiheitswillen des Marquis von Posa musikalisch zur Geltung bringen, während Steven Ebel und Alexandra Samouilidou Shakespeares berühmtestes Liebespaar in Gounods Fassung zum Leben erwecken. Das Philharmonische Staatsorchester Mainz unter Generalmusikdirektor Hermann Bäumer ist dabei verlässlicher Begleiter und bereitet mit Ouvertüren und Intermezzi das musikalische Bett. Durch den Abend führt Staatstheaterintendant Markus Müller.

Karten sind im Staatstheater Mainz, unter www. frankfurter-hof-mainz.de und an allen bekannten VVK-Stellen erhältlich, z.B. im Tourist Service Center Mainz, Brückenturm am Rathaus, Rheinstraße 55.

PROGRAMM

Giuseppe Verdi: La forza del destino

  • Ouvertüre

Giuseppe Verdi: Don Carlo

  • Tu che la vanita, Arie der Elisabetta
  • O Carlo ascolta, Sterbeszene des Rodrigo

Charles Gounod: Roméo et Juliette

  • Ah! Lève-toi, soleil! Arie des Roméo
  • Je veux vivre, Arie der Juliette

Camille Saint-Saëns: Samson et Dalila

  • Mon coeur s’ouvre a toix, Arie der Dalila

Giuseppe Verdi: Atilla

  • Mentre gonfiarsi l’anima, Arie des Atilla

Pause

Vincenzo Bellini: I Capuleti e i Montecchi

  • Ouvertüre

Gioachino Rossini: Il italiana in Algeri

  • Ai capricci della sorte, Duett Isabella – Taddeo
  • Giacomo Puccini: Edgar
  • Questo amor vergogna mia, Arie des Frank

Franz Schmidt: Notre Dame

  • Intermezzo

Jacques Offenbach: Les contes d’Hoffmann

  • Les oiseaux dans la charmille, Arie der Olympia

Franz Lehár: Die lustige Witwe

  • O Vaterland … Dann geh ich in’s Maxim,
  • Auftrittslied des Danilo
  • Es lebt eine Vilja, Lied der Hanna
  • Lippen schweigen, Duett Hanna – Danilo

Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte

  • Alla bella despinetta, Sextett