Alltag im Theater: Die Requisite

Kreativität gefragt – unter diesem Motto stand der Theaterfreundebesuch der Abteilung Requisite am 19. Oktober 2016. Dagmar Webler, Abteilungsleiterin der Requisite, gab in ihrem Werkstattbereich direkt unter dem Dach des Großen Hauses interessante Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Requisite.

Die erste Frage der Theaterfreunde galt der Ausbildung, den Voraussetzungen und Berufswegen dieses Theaterberufs. In der Regel, erklärt Dagmar Webler, steht am Anfang eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem geeigneten handwerklichen Beruf. Danach könne nach einem zweijährigen Volontariat eine Prüfung zum IHK-geprüften Requisiteur abgelegt werden.

Webler selbst ist diesen Weg gegangen. Sie absolvierte eine Ausbildung als Raumausstatterin und arbeitet inzwischen seit 19 Jahren im Staatstheater Mainz.

Die Abteilung besteht aus Vollzeit- und Teilzeitkräften sowie einigen Abendhelfern. Letztere organisieren während der Vorstellungen die rechtzeitige Verfügbarkeit der benötigten Requisiten und deren Rücklauf nach der Vorstellung. Eine Requisitenliste ist sehr umfangreich; so umfasst sie zum Beispiel bei der Produktion „La Bohème“ vier DIN-A4-Seiten.

Generell muss die Requisite alles besorgen oder herstellen, was während der fünf- bis sechswöchigen Probenzeit für ein neues Stück nach und nach angefordert wird. Das können die unterschiedlichsten Dinge sein, etwa ein Fingerring oder sonstige persönliche Ausstattung der Darsteller. Alles, was nicht besorgt werden kann, wird in der gut ausgestatteten Requisitenwerkstatt angefertigt.

Requisiteure müssen Universaltalente sein. Sie arbeiten in unterschiedlichen Fachbereichen: Sie machen Schreinerarbeiten, erledigen plastische Arbeiten, kennen sich mit Elektrik aus und sind kreativ bei Dekorationsarbeiten. Sie kennen sich gut mit den Sicherheitsvorschriften aus, was z. B. für den Umgang mit Schusswaffen auf der Bühne und das Anwenden von Pyrotechnik unbedingt erforderlich ist. Auf die gestiegenen Ansprüche der Regisseure an die Pyrotechnik können die Requisiteure aufgrund der immer besser werdenden Möglichkeiten der Pyrotechnik sehr gut reagieren.

Webler zeigte auch konkrete Beispiele für plastische Arbeiten: eine gehäutete Katze, hergestellt aus einem Stofftier, verschiedenfarbigem Silikon und einem Wildschweinkopf. Darüber hinaus haben die Theaterfreunde von Webler gelernt, wie Trickmesser im Eigenbau hergestellt werden und wie Theaterblut aus Roter Bete, Wasser und Soßenbinder gekocht wird.

Fazit: Dagmar Webler hat eindrucksvoll und überzeugend dargestellt, dass Requisiteure einen vielseitigen und kreativen Tätigkeitsbereich ausfüllen.