Alexander Spemann will „auf die freie Wildbahn“

Alexander Spemann

Alexander Spemann

Alexander Spemann, fest engagiertes Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz, will künftig vermehrt auch an anderen Opernhäusern auftreten. Auf diesem Weg singt er zur Zeit den Hoffegut in der Oper „Die Vögel“ von Walter Braunfels am Stadttheater Osnabrück. Der Osnabrücker Zeitung bekannte der Tenor, dass er es großartig finde, vergessene Schätze auszugraben und dem Publikum vorzustellen. Die „Vögel“ stellten für ihn auch sängerisch eine Herausforderung dar: „Man kann nicht drauflosfühlen und singen.“ Gleichzeitig verknüpfe die Partie verschiedene Stimmfächer: „In das 17-Minuten-Duett mit der Nachtigall startet man als lyrischer Tenor und verlässt es als jugendlicher Heldentenor“, meint er gegenüber dieser Zeitung.

Festengagement und freie Wildbahn

Spemann äußerte sich in dem Gespräch mit der Osnabrücker Zeitung auch zu seinen weiteren künstlerischen Ambitionen. Er habe mit dem Staatstheater Mainz einen Vertrag ausgehandelt, der ihm mehr Gastauftritte an anderen Häusern erlaube. Er wolle wieder „auf die freie Wildbahn“, sagte Spemann wörtlich. Er betrachte dies für sich persönlich als „Ideallösung“. Spemann will seine neuen Freiheiten aber nicht nur als Sänger nutzen. Seine Ziele sind weitergesteckt: „Ich möchte selbst inszenieren“, sagt Spemann.

Stefan Vogel

Stefan Vogel

Bei dem von Alexander Spemann angesprochenen Vertrag handelt es sich um ein Konzept, das Intendant Markus Müller und sein Operngeschäftsführer Stefan Vogel zur Spielzeit 2014/2015 eingeführt haben. Durch die Verringerung der Verpflichtungen am Mainzer Theater soll es den Sängerinnen und Sängern ermöglicht werden, vermehrt Gastrollen an anderen Opernhäusern anzunehmen. Davon profitieren sowohl die Sänger als auch das Staatstheater: mit einem höheren Bekanntheitsgrad der Sänger steigt auch die Attraktivität für das Mainzer Publikum und für das Feuilleton, über Opernproduktionen in Mainz zu berichten. Dieses Konzept scheint bei Alexander Spemann volle Zustimmung gefunden zu haben.
[Quelle: Osnabrücker Zeitung vom 17.6.2014]