Theater steigert Besucherzahlen kräftig und startet in die neue Spielzeit

Das Käthchen von Heilbronn

Das Käthchen von Heilbronn – Foto. Bettina Müller

Die Besucherzahlen des Staatstheaters Mainz sind kräftig, nämlich um 14 Prozent gestiegen. Diesen Trend will das Theater in der kommenden Spielzeit mit folgendem Programm fortsetzen.

Festival „Grenzenlos Kultur“

Das Theater wird auch in diesem Jahr wieder mit Grenzenlos Kultur Deutschlands dienstältestes integratives Festival zu Gast haben – mit Inszenierungen und Performances behinderter und nichtbehinderter Künstlerinnen und Künstler. Eröffnet wird das Festival am 22. September 2016 durch das Berliner Theater RambaZamba mit Der gute Mensch von Downtown frei nach Bertolt Brecht und mit Eva Mattes.

Zur Eröffnung im Schauspiel: Kleists „Kätchen von Heilbronn“

Den Spielzeitstart des Staatstheaters selbst übernimmt das Schauspiel im Großen Haus: Hausregisseur Niklaus Helbling inszeniert Heinrich von Kleists Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe, Premiere ist am 10. September. „Das Käthchen ist populäres Spektakel und größte Sprachkunst zugleich“, begründet Helbling seine Affinität zu dem Stück. „In diesem Sinne ist es das einzige ‚klassische‘ deutsche Stück, das es mit Shakespeare aufnehmen kann.“

Am 16. September erwartet Sie Hausregisseur Jan-Christoph Gockel mit der dritten Schauspielpremiere zu Ich, Pinocchio – Eine Reise ins Herz der Maschine. Die Geschichte der kleinen Holzpuppe, die ein echter Junge werden will, ist Entwicklungsroman und Pygmalionmythos in einem. Und sie erzählt von der alten Sehnsucht des Menschen, etwas Lebendiges zu schaffen. Heute sind wir der Schöpfung von künstlicher Intelligenz näher denn je, der humanoide Roboter ist keine Spinnerei geblieben und die Verschmelzung von Mensch und Maschine mehr als eine unheimliche Vision. Gemeinsam mit Ensemblemitglied und Puppenbauer Michael Pietsch wird die Entwicklung der selbstdenkenden Maschine im Kleinen Haus Theaterwirklichkeit. Am 21. Oktober schließlich verlassen wir das Theater und begeben uns in die Mainzer „Dorett Bar“: All das Schöne ist der Versuch, die Mutter durch eine lange Liste lebenswerter Dinge vom Selbstmord abzuhalten. Als „ein umwerfend komisches Stück über Depression“ bezeichnete der Guardian diesen Theaterabend, für den es nicht mehr braucht als Schauspieler, gute Musik, eine Bar und natürlich das Publikum. Regie führt Jana Vetten.

Zum Start im Musiktheater eine Operngala

Die Oper startet mit einer Gala im Großen Haus in die neue Spielzeit: Am 11. September 2016 geben das Philharmonische Staatsorchester Mainz und das Sängerensemble einen stimmungsvollen Ausblick auf die Opernsaison 2016/17.

Norma: Nadja Stefanoff – Foto: Andreas Etter

Keine zwei Wochen später, am 24. September 2016, steht bereits die erste große Premiere der Sparte auf dem Programm: Hausregisseurin Elisabeth Stöppler inszeniert mit Bellinis Norma erneut ein Werk, in dessen Zentrum eine faszinierende und widersprüchliche Frauenfigur steht. : Sie ist Priesterin und Geliebte mit zwei Kindern – und sie muss sich entscheiden zwischen Pflicht und Liebe…

Die Liebe, wie könnte es anders sein, steht auch im Zentrum der zweiten großen Oper im Theaterherbst: La Bohème, Giacomo Puccinis wohl bekannteste Oper, verwebt mitreißend angelegte Tonmalerei mit einem berührenden Kammerspiel und wir freuen uns sehr auf die Premiere am 15. Oktober unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Hermann Bäumer und in einer Inszenierung von Monique Wagemakers, natürlich im Großen Haus.

Am Start auch tanzmainz

Amy Josh, Tijana Prendovic, Alessandra Corti, Ada Daniele, Mariya Bushuyeva, Bojana Mitrovic - Foto: Martina Pipprich

Amy Josh, Tijana Prendovic, Alessandra Corti, Ada Daniele, Mariya Bushuyeva, Bojana Mitrovic – Foto: Martina Pipprich

Und auch tanzmainz beginnt die Saison mit zwei Premieren: FAM heißt die längst fällige weibliche Antwort auf den erfolgreichen Abend der Spielzeit 2015/16 HOM. 20 Probentage, jeweils 20 Minuten Dauer für drei Choreografien, 10 Scheinwerfer und die Kostüme und das Bühnenbild für jedes Stück müssen in einen Koffer passen: Uraufführung ist am 14. September im Glashaus.

Am 27. Oktober 2016 steht ein Doppelabend voller einprägsamer Bilder auf dem Tanzspielplan: In Magma geht es um die äußeren und inneren Kräfte, die unser Leben bestimmen und in zuweilen unerwartete Bahnen zwingen. Zwei Choreografien (Fall Seven Times und Fieber) von Guy Nader & Maria Campos sowie Alessandra Corti widmen sich dem Thema im Kleinen Haus.

Markus Müller zieht Zwischenbilanz nach zwei Spielzeiten

Zwei Spielzeiten liegen seit dem Beginn der Intendanz hinter Markus Müller, die insbesondere geprägt wurden durch unsere fünf Hausregisseurinnen und -regisseure. Höchste Zeit also, sie einmal gemeinsam zum Gespräch zu bitten. Der Journalist Alexander Wasner wird mit ihnen am 18. September 2016 im Kleinen Haus über ihre Arbeit, ihre Visionen und ihre Erfahrungen sprechen.

[Pressemitteilung des Staatstheaters vom 13.07.2016]